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Goldener Oktober – Erntedank und Göttertrank

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Summary

Der 10. Monat des Jahres, im Volksmund als »goldener Oktober« bekannt, bringt er doch mit dem zu Ende gehenden Altweibersommer die letzten von der Sonne verwöhnten Tage. Der Altweibersommer, wenn Spinnen auf die Reise gehen und irdische Nornen die Lebensfäden weben, ist die beständigste Hochdruckwetterlage in Mittel- und Westeuropa, die von Mitte/Ende September bis Mitte/Ende Oktober das Wetter bestimmt. »Golden« sind auch die Farben im Herbst, wenn die Bäume ihr Laubkleid wechseln und die Blätter in goldgelben Farben in der Herbstsonne strahlen. Gelb ist auch die Farbe der Reife. Die letzten Ernten im Garten und Feld werden eingebracht, früher oft auf dem Lande mit allerlei Erntefesten und Kirchweihfesten verbunden, mit viel Brauchtum, mit Sitten und Ritualen. Unsere Vorfahren nannten den Oktober auch »Gilbhart«, weil die Blätter »gilben«, eben gelb werden. Der »Gilbhart« war auch der »Weinmond«, weil im späten Sommer die Weinlese beginnt. So drehen sich auch viele Kapitel des Buchs um den Wein und die Weinrebe, verbunden mit allerlei Legenden und Mysterien. Im Oktober reifen die letzten Feldfrüchte, Kartoffeln und Rüben werden geerntet. Auch damit waren Feste verbunden. Auf den gelben Stoppelfeldern flogen die Drachen, die Segler der Lüfte. Erntedank war angesagt, Dank für die Ernte und das tägliche Brot. Der Erntedanktag ist heute verbunden mit dem Welttierschutztag [4. Oktober], der dem heiligen Franz von Assisi geweiht ist, dem Freund der Tiere und Blumen. Halloween wird heute am 31. Oktober groß gefeiert, ein gruseliges Kürbisfest, das von Irland nach Amerika und von dort zu uns nach Europa kam. Im Garten werden auch Kürbisse geerntet, Wurzel- und Knollengemüse, Äpfel und Birnen und in Wald und Feld allerlei bunte, schmackhafte Beerenfrüchte, die von unseren Vorfahren zu köstlichen Leckereien verarbeitet wurden: Marmelade, Gelees, Liköre und hochprozentige Geister. Die im Herbst reifenden Beeren wurden auch in der Volksheilkunde gegen allerlei Krankheiten angewandt. Alte Rezepte unserer Vorfahren bestätigen dies. Unsere Vorfahren bauten noch Wurzelgemüse im Garten an, das heute vielfach in Vergessenheit geraten ist: z. B. Rapontika, Haferwurzel, Pastinake, Topinambur, Kerbelrübe und Teltower Rübchen, das Lieblingsgemüse von Goethe. Großmutters Gemüserezepte sprechen von den leckren Knollen und Wurzelrüben. Darüber – und über vieles mehr – erzählt das durch Gedichte und Märchen aufgelockerte Buch von Dieter Kremp.

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