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Grusswort

Als die Menschheit noch mit einer Sprache redete und man den Turm von Babel zu bauen
begann, liess Gott die Sprachverwirrung entstehen. Von Babel aus verbreiteten sich Missver-
ständnisse und Uneinigkeit; Verwirrung und Spaltung machten sich breit. Und heute geschieht
schattenhaft Ähnliches – wegen Irak, wegen Babylon. Im Vorfeld des Irakkrieges zeichnete sich
in der Völkergemeinschaft eine tiefe Zerrissenheit ab. Die Uno, die eigentlich mit einer Stimme
sprechen wollte, konnte sich nicht mehr einigen. Europa ist ob der Irakfrage entzweit. Man
versucht zwar zu kitten, aber nun liegt man sich auch wegen des Nachkriegs-Irak wieder in den
Haaren. Verwirrung und Streit ging aus vom antiken Babylon – Verwirrung und Streit breiten sich
vom endzeitlichen Babylon aus. Schon David betet in den Psalmen (55,10): «Mach ihre Zunge
uneins, Herr, und lass sie untergehen.»
Es ist, als ob Gott hier noch einmal einen Riegel schiebt und sagen will: «So nicht!» Noch
einmal lässt Er unter den Nationen Uneinigkeit entstehen. In Psalm 68,31 steht geschrieben:
«Er zerstreut die Völker, die da gerne kriegen.» Auch in Jesaja 30,28 ist davon die Rede, dass es
Inhalt 06/2003 Gott selbst ist, der Zerstreuung unter den Völkern anrichtet.
Letztlich wird sich aber die Völkergemeinschaft aufmachen und mit dem Antichristen an der
Biblische Botschaft Spitze zur starken Einheit werden. Die Tendenzen in diese Richtung treten immer offensichtli-
4 Was da war, was da ist und was da kommt cher hervor. Der Ruf nach einer Weltregierung, dem einen starken Mann, ertönt immer öfter.
Gleichzeitig rückt aber das bevorstehende Ereignis der Entrückung näher und näher. Was
Im Blickfeld Gott unter den Völkern tut, versucht parallel dazu der Widersacher unter den wahren Gläubigen
8 Leben wir in den letzten Tagen? zu bewerkstelligen: Zerstreuung und Spaltung. Es ist, als ob Satan in seinen Handlungen den
10 Feindschaft – der Tod des eigenen Herzens lebendigen Gott nachahmen will. Er kopiert sozusagen das Handeln Gottes. Derzeit leben wir in
11 Das Buch des Lebens einer Welt, in der Licht und Finsternis nebeneinanderher gehen. Wo Gott handelt, wo Gott redet,
14 Pädophilie – was steht dahinter? steht der Satan daneben. Wir finden dies sehr treffend in Hiob 1,6 beschrieben: «Es begab sich
aber auf einen Tag, da die Kinder Gottes kamen und vor den Herrn traten, kam der Satan auch
Aus der Arbeit des unter ihnen.» Etwas Ähnliches finden wir in Sacharja 3,1: «… mir ward gezeigt der Hohepriester
Josua, stehend vor dem Engel des Herrn; und der Satan stand zu seiner Rechten …» Lassen Sie
Mitternachtsruf uns dessen bewusst sein: Überall da, wo Kinder Gottes, lebendige Christen, sich aufmachen und
15 Fremdsprachenausgaben erstmals in die Nähe Gottes suchen, um eine Begegnung mit Ihm zu haben, macht sich auch der Widersa-
eigener Druckerei cher auf, um uns womöglich anzutasten, abzulenken, Unfrieden anzurichten, ja um unser Herz
15 30. Kongress über das prophetische Wort
gefangen zu nehmen. Jesus warnte diesbezüglich auch Seine Jünger: «Simon, Simon, siehe, der
am See Genezareth
Satanas hat euer begehrt, dass er euch möchte sichten wie den Weizen» (Lk 22,31). Manchmal
Wohin steuert die gelingt es Satan tatsächlich, die Überhand zu gewinnen. Petrus konfrontierte Ananias mit dieser
Tatsache: «Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt …?» (Apg 5,3). Durch den Einfluss
Ökumene? des Widersachers werden heute leider viele Christen vom Zeitgeist gefangen genommen. In
16 Falsche Brückenbauer Gemeinden werden Stimmen laut, wie etwa: «Ja, sollte Gott gesagt haben …?» (1.Mo 3,1). Hat
Er es wirklich so eng gemeint? Eine falsch verstandene Toleranz führt zu Spaltungen und Unei-
Fragen – Antworten nigkeit – und schon hat Satan einen festen Platz in der Gemeinde gefunden. Paulus greift dieses
20 Bete ich richtig? Problem ebenfalls auf, indem er schreibt: «… lasset nicht Spaltungen unter euch sein, sondern
20 Müssen wir den Zehnten geben? haltet fest aneinander in einem Sinne und in einerlei Meinung» (1.Kor 1,10). Und den Galatern
hält er vor: «Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen
hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium; so doch kein anderes ist, ausser dass
3 Grusswort
etliche da sind, die euch verwirren …» (Gal 1,6-7). Hat die «Sprach-
11 Aufgegriffen
verwirrung» etwa auch bei uns Raum gewonnen?
21 Streiflicht
22 Dir kann nur Jesus helfen
In herzlicher Verbundenheit
22 Impressum

Eingedenk dessen, dass alle menschliche Erkennt-


nis Stückwerk ist (1.Kor 13,9), legen die Autoren
eigenverantwortlich ihre persönliche Sicht dar.

Mitternachtsruf > Juni 2003 3


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Biblische Botschaft

Was da war, was da ist


und was da kommt
Das Leben eines Christen gründet sich auf das,
was Jesus in der Vergangenheit am Kreuz voll-
bracht hat. In der Gegenwart ist es bestimmt
durch Wachstum in der Heiligung. Und im Blick
auf die Zukunft ist es darauf ausgerichtet, die
Das Wort «erscheinen» nimmt Bezug auf
Wiederkunft Jesu mit brennender Liebe zu er- die Erscheinung Gottes im Alten Testa-
ment, auf die Schechinah. Im Alten Bund
warten. war Gott unnahbar. Wenn Er sich zu er-
kennen gab, erschien Er deshalb immer
■ NORBERT LIETH Was da war in der Schechinah, der Wolken- oder Feu-
ersäule der Herrlichkeit. Zuvor wurde
m Schreiben des Paulus an Titus In der Vergangenheit, vor rund 2 000 die Stiftshütte und später der Tempel Sa-

I wird uns auf engem Raum ganz We-


sentliches mitgeteilt: «Denn die
Gnade Gottes ist erschienen, heil-
bringend allen Menschen, und un-
terweist uns, damit wir die Gottlosigkeit
und die weltlichen Begierden verleug-
nen und besonnen und gerecht und got-
Jahren, ist etwas Umwälzendes gesche-
hen: «Denn die Gnade Gottes ist erschie-
nen, heilbringend allen Menschen» (Tit
2,11).

1. Die Gnade Gottes ist erschienen.


Welch unschätzbaren Wert hat es doch,
lomos von ihr erfüllt. Über die Stiftshüt-
te lesen wir: «Da bedeckte die Wolke das
Zelt der Begegnung, und die Herrlich-
keit des Herrn erfüllte die Wohnung.
Und Mose konnte nicht in das Zelt der
Begegnung hineingehen; denn die Wol-
ke hatte sich darauf niedergelassen, und
tesfürchtig leben in dem jetzigen Zeit- wenn im richtigen Moment ein Impfstoff die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die
lauf, indem wir die glückselige Hoffnung oder ein Medikament, wie zum Beispiel Wohnung» (2.Mo 40,34-35). Vom Tem-
und Erscheinung der Herrlichkeit unse- das Penizillin (ein Antibiotikum), erfun- pel wird Ähnliches berichtet: «… es ge-
res grossen Gottes und den wird und auf dem Markt schah, als die Priester aus dem Heiligen
Heilandes Jesus Chris- erscheint. Viele Menschen hinausgingen, da erfüllte die Wolke das
tus erwarten» (Tit 2,11- «Ich bin das sind noch vor einigen Jahr- Haus des Herrn; und die Priester konn-
13). zehnten an Krankheiten ge- ten wegen der Wolke nicht hinzutreten,
In diesen drei Versen
Alpha und das storben, die man heute re- um den Dienst zu verrichten; denn die
werden Vergangenheit, Omega, lativ einfach behandeln Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus
Gegenwart und Zu- kann. Was würde es bedeu- des Herrn» (1.Kön 8,10-11). Nur einmal
kunft als Leitlinien für
spricht der ten, wenn über Nacht ein im Jahr durfte sich der Hohepriester die-
unser Leben präsen- Herr, Gott, der zuverlässiges Heilmittel ge- ser Herrlichkeit nahen (vgl. 3.Mo 16).
tiert. Gott selbst sagt gen Aids, Krebs oder Sars auf Zur Zeit Hesekiels hat die Herrlich-
von sich: «Ich bin das
ist und der den Markt kommen würde? keit Gottes den Tempel verlassen und
Alpha und das Omega, war und der In Jesus Christus ist die ist nicht wieder zurückgekehrt. Doch
spricht der Herr, Gott, Gnade Gottes erschienen ge- nach langer Zeit ist die Herrlichkeit Got-
der ist und der war und
kommt, der gen die eigentliche Ursache tes in Seinem Sohn Jesus Christus wieder
der kommt, der All- Allmächtige» aller Krankheit, Trauer, Pro- erschienen. Die Schechinah ist Fleisch
mächtige» (Offb 1,8). bleme und Nöte: die Sünde. und damit «greifbar» geworden: «… das

4 Mitternachtsruf > Juni 2003


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Wort wurde Fleisch und wohnte unter Gnade Gottes in Jesus Christus ist so Seinem Wort finden wir Heilsgewissheit
uns, und wir haben seine Herrlichkeit vollkommen, dass es für Ihn keinen hoff- (sonst in keiner anderen Religion)! Im
angeschaut, eine Herrlichkeit als eines nungslosen Fall gibt. Seine Gnade gehört Vergleich zu Jesus sind alle Religionen
Eingeborenen vom Vater, voller Gnade nicht nur manchen Auserwählten, son- nur «stinkende Lumpen» und «rostiges
und Wahrheit» (Joh 1,1). dern sie gilt ausnahmslos allen Men- Alteisen». Jesus aber ist der lupenreine
In Jesus ist die Herrlichkeit Gottes schen, das heisst jedem, der sie an- Diamant: Halten wir Ihn hoch!
wieder sichtbar und zugänglich gewor- nimmt. Sie gehört Europäern und Ame- Die Gnade, die in Ihm erschienen ist,
den. Aus diesem Grund zerriss auch der rikanern, aber genauso auch Muslimen, bringt uns am weitesten. Aber gerade
Vorhang zum Allerheiligsten, als Jesus Hindus und Buddhisten. Sie gilt für mo- hier sehe ich den grössten Krampf vie-
am Kreuz starb (Lk 23,44-46). ralisch hochstehende Persönlichkeiten ler Christen. Sie meinen, aus eigener
genauso wie für kaltblütige Verbrecher, Kraft besser werden zu können, mit
2. Die Gnade Gottes ist erschienen, Mörder, Prostituierte oder Drogenhänd- immer wieder neuen Beteuerungen der
heilbringend. In Jesus Christus hat Gott ler. Sie ist für einen Pharisäer genauso Hingabe an Jesus. Dieser Weg ist jedoch
uns die heilbringende Gnade geschenkt. da wie für einen Zöllner, für Verfolger falsch, denn wir bleiben von Grund auf
Gott kam nicht mit leeren Händen, Er wie für Verfolgte. verdorben (Röm 7,18). Seien wir doch
brachte uns etwas mit. Als wir noch Kin- Eine heilbringende Arznei aber muss einfach der Gnade gehorsam! Glauben
der waren und der Onkel (oder die Tan- man einnehmen. Es nützt nichts, wenn wir an Sein Werk in uns! In Hosea 10,12
te) zu Besuch kam, haben wir uns immer man sie nur betrachtet oder in der Ta- werden wir aufgerufen: «Sät euch Ge-
zuerst gefragt: «Hat er (sie) auch etwas sche hat! Gott selbst bringt uns das Heil rechtigkeit, erntet nach dem Mass der
mitgebracht?» ganz nahe, ja so nahe, dass wir es nur Gnade!»
Jesus Christus ist die unaussprechliche noch aus Seiner Hand nehmen müssen; Wir sind doch wie Reben am Wein-
Gabe Gottes an uns (2.Kor 9,15). Gott genau das aber müssen wir selber tun. stock. Was würde wohl der Weinstock
bringt uns in ihr die Rettung und die Ver- zur Rebe sagen, wenn diese immer
gebung ganz nahe, so dass sie nur noch wieder beteuerte: «Ach, lieber Wein-
angenommen werden muss. Welch eine
Was da ist stock, ich möchte noch mehr an dir sein,
alarmierend positive Botschaft! Wie wir als wiedergeborene Christen noch inniger, noch tiefer gegründet,
In Jesus Christus ist gleichsam die Fülle in der Gegenwart bzw. in der Jetztzeit noch hingegebener …»?
der Gnade Gottes erschienen (Kol 2,9). leben sollen, wird uns in Titus 2,12 vor Lieber Leser, liebe Leserin, als wie-
Im Alten Testament handelte Gott Augen gestellt. Die Gnade «unterweist dergeborener Christ sind Sie doch im
sozusagen aus der Entfernung. Er sand- uns, damit wir die Gottlosigkeit und die
te Boten, gab Seinem Volk Könige, Pries- weltlichen Begierden verleugnen und
ter und Propheten, durch die Er wirkte. besonnen und gerecht und gottesfürch-
Man kann sagen: Er liebte sie – aber aus tig leben in dem jetzigen Zeitlauf» (Tit
himmlischer Entfernung. So sagte der 2,12). In der Lutherbibel 1984 wird es
Herr beispielsweise zu Mose: «Du kannst so übersetzt: «… nimmt uns in Zucht,
es nicht ertragen, meine Angesicht zu dass wir absagen dem ungöttlichen We-
sehen …» (2.Mo 33,20). sen und den weltlichen Begierden und
Nun aber, in Jesus Christus, ist Gott besonnen, gerecht und fromm in dieser
selbst zu uns gekommen und bringt uns Welt leben.» Wir dürfen zu Jesus kom-
das Heil. Jetzt schickt Er keine Boten men, wie wir sind, damit wir nicht so
mehr, sondern Er selbst ist da, die Fülle bleiben, wie wir sind. Die Gnade hat eine
des Heils. Das ist etwas Einmaliges. Fol- verändernde Wirkung auf unser Leben
gende Fragen verdeutlichen das: im Hier und Jetzt. Diese Punkte sind
• Welcher König besucht sein Volk per- dabei zu beachten:
sönlich und bringt ihm Wein und Brot
zur Erquickung? 1. Was treibt uns zur Nachfolge in
• Welcher General geht selbst aufs der Heiligung? Was unterweist uns
Schlachtfeld und verbindet die Verwun- darin? Nicht der Stock, nicht die Dro-
deten? hung, nicht die Strafe, sondern die Gna-
• Welcher Manager geht selbst in die de: «Denn die Gnade Gottes ist erschie-
Fabrikhalle und zahlt die Gehälter aus? nen, heilbringend allen Men-
• Welcher Präsident geht selbst hin und schen, und
hilft mit, nach einer Katastrophe die unterweist
Trümmer beiseite zu räumen? uns, damit In Jesus ist die Herrlichkeit Gottes wieder sichtbar und zugänglich geworden. Aus die-
Jesus Christus kam selbst. Wir lesen wir die Gott- sem Grund zerriss auch der Vorhang zum Allerheiligsten, als Jesus am Kreuz starb
von Ihm: «Der hat sich selbst für uns losigkeit
gegeben, damit er uns loskaufte von al- und die weltlichen Begierden verleug- Herrn Jesus, und Er ist in Ihnen. Oder
ler Gesetzlosigkeit und sich selbst ein nen und besonnen und gerecht und got- anders ausgedrückt: Der Saft des Wein-
Eigentumsvolk reinigte, das eifrig sei in tesfürchtig leben in dem jetzigen Zeit- stocks läuft zur Rebe. Bleiben Sie doch
guten Werken» (Tit 2,14). lauf» (Tit 2,11-12). einfach in Ihm! Rühmen Sie Ihn und
Wir wollen den Menschen Jesus danken Sie Ihm für alles, was Sie in Ihm
3. Die Gnade Gottes ist erschienen, Christus vor Augen halten, die heilsa- haben, und Sie werden sehen, dass Sie
heilbringend allen Menschen. Die me Gnade Gottes. Nur bei Ihm und in das viel weiter bringt als alle noch so

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gebung in Anspruch (1.Joh 1,9). Als der
Biblische Botschaft Herr Jesus dem Petrus die Füsse waschen
wollte, wehrte dieser ab: «Du sollst nie
und nimmer meine Füsse waschen! Je-
gut gemeinten Versprechen. Johannes 2. Die Gnade will uns dahingehend sus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht
Gossner (1773–1858) hat einmal gesagt: unterweisen, dass wir die Gottlosig- wasche, so hast du kein Teil mit mir. Si-
«Wer sich in der Gnade bewahrt, sich keit und die weltlichen Begierden mon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht
immer inniger in Jesum entwickelt, dem verleugnen bzw. ihnen absagen. Be- meine Füsse allein, sondern auch die
geht der Teufel aus dem Weg.» gierden verleugnen? Jeder weiss für sich Hände und das Haupt! Jesus spricht zu
Alle Beteuerungen, die Sünde loszu- am besten, was weltliche Begierden in ihm: Wer gebadet ist, hat nicht nötig,
lassen, bringen Sie nicht so weit wie die seinem Leben sind. Aber die Gottlosig- sich zu waschen, ausgenommen die Füs-
Glaubenshal- keit? Können wir se, sondern ist ganz rein; und ihr seid
tung: «Ich bin denn als Kinder rein, aber nicht alle» (Joh 13,8-10).
der Sünde abge- Gottes noch gott- Dass wir die Sünden, die den Herrn
storben …» (vgl. los sein? Unser Jesus aus Liebe ans Kreuz gebracht ha-
Röm 6,2), «Ich Text scheint das ben, hassen und keineswegs mit ihnen
bin eine Rebe am zu bejahen, und liebäugeln oder sie gar tun sollen, will uns
Weinstock …» zwar geschieht das folgende Beispiel veranschaulichen:
(vgl. Joh 15,5), das immer dann, «Stellen sie sich einen Vater und einen
«Christus ist mir wenn wir die Sohn vor, gefangen in einer entlegenen
von Gott ge- Sünde lieb haben Höhle, deren einziger Ausgang mit hoch-
macht zur … oder tolerieren, explosiven Tretminen vermint worden
Heiligung …» für die Christus ist. Sie sind verloren. Der Vater prüft, ob
(vgl. 1.Kor 1,30). starb. die Minen entschärft werden können,
Viele Christen • Wir sollen nicht aber er muss feststellen, dass dies unmög-
beten inbrünstig: Eine heilbringende Arznei muss man einnehmen. Es Jesus, sondern lich ist. Sie sind gefangen. Die Zeit ver-
nützt nichts, wenn man sie nur betrachtet oder in der
«Herr, öffne den Tasche hat! die Gottlosigkeit geht, aber es gibt keinen Ausweg. Der
Himmel …» verleugnen. sichere Hungertod wartet auf sie, wenn
Doch der Himmel muss nicht geöffnet Anders gesagt: Wir sollen uns bewusst nichts geschieht. Schliesslich beschliesst
werden, er steht schon seit fast 2 000 dagegen wehren, dass man Christus in der Vater, nachdem er seinem geliebten
Jahren offen (vgl. Hes 1,1; Offb 4,1): uns nicht erkennt. Manche verleugnen Sohn unter Tränen die Lage erklärt hat,
«Der Himmel steht offen, Herz, weisst Christus, indem sie sich aus Angst und dass der einzige Weg, das Leben seines
du warum? Weil Jesus gekämpft und Scham gottlos verhalten. Man fürchtet Sohnes zu retten, darin besteht, selbst
geblutet, darum!» sich vor den Arbeitskollegen und betet hinzugehen und sich auf die Tretminen
Die Gnade «unterweist uns», anders deshalb nicht vor dem Essen usw. Ein zu werfen, damit sein Sohn frei kommt.
übersetzt «nimmt uns in Zucht», nicht Christ sagte: «Ich tue Busse, weil ich 35 Wenn der Vater das tut, um seinen Sohn
der Stock. Daran wird ersichtlich, dass Jahre lang neben einem Türken gelebt zu retten, und sein Sohn dem sicheren
es sich bei der Gnade um eine Pädago- und ihm nichts von Jesus gesagt habe. Tod entrinnt und die Freiheit und das
gik Gottes handelt. Die Gnade will uns Kürzlich hat er eine Moschee errichten Leben davonträgt, wie würde der Sohn
erziehen. Wir dürfen auf keinen Fall bei lassen.» für den Rest seines Lebens über Tretmi-
der Wiedergeburt zur Erlösung stehen • Unser natürlicher Mensch war gott- nen denken? Ist es vorstellbar, dass er sie
bleiben. Nein, jetzt geht es darum, zu los. Wenn wir uns als gläubige Menschen bewundern würde? Würde er eine davon
wachsen, anfängliche Dinge abzulegen, wieder vom natürlichen Menschen mit- sozusagen als Souvenir auf dem Kamin-
geistlich selbstständig zu werden und zu reissen lassen, handeln wir gottlos (der sims aufbewahren? Sicher nicht! Er wür-
reifen – aber nicht durch Krampf, son- alte Jähzorn, die
dern durch Gehorsam in der Gnade. Empfindlich-
Jedes Mal, wenn ich meinen Enkel keit …). Jesus ist
sehe, erkenne ich bei ihm eine Verän- Gottlosigkeit
derung. Strengt er sich etwa selbst an? charakterisiert die der lupen-
Nein, er macht nur den Mund auf, wenn Trennung von Gott reine Dia-
ihm die Mama oder der Papa zu Trin- – man ist im wahrs-
ken oder zu Essen gibt. Ein kleines Kind ten Sinne des Wor- mant: Hal-
kann nur normal gedeihen und wach- tes «los von Gott». ten wir Ihn
sen, wenn es von seinen Betreuern re- Liebe Leser, leben
gelmässig versorgt wird. Und eine Rebe Sie doch nicht wie hoch!
muss lediglich am Weinstock bleiben, jemand, der mit
damit ihr alles Nötige zufliesst. Doch Gott nichts zu tun
eines muss uns bewusst sein: Das Wachs- hat. Bleiben Sie vielmehr bei Jesus, rich- de die scheussliche Waffe hassen, die den
tum in der Gnade ist ein ständiger Pro- ten Sie sich nach Seinem Wort, leben Vater, den er liebte, tötete.»1
zess. Niemand kommt in der «Schule» Sie in der Gemeinschaft der Heiligen. Die Sünde ist auch so ein Sprengstoff.
der Gnade Gottes an einen Punkt, wo er Wenn Sie in Sünde fallen sollten (1.Joh Jesus hat sich selbst für uns gegeben,
sagen könnte: «Jetzt habe ich ausge- 2,1), dann verharren Sie nicht darin, son- damit wir Befreiung erfahren. Wie ge-
lernt.» dern nehmen Sie immer wieder die Ver- hen wir jetzt mit der Sünde um?

6 Mitternachtsruf > Juni 2003


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3. Wir sollen besonnen, gerecht und in unseren Tagen: der Krieg im Irak, die 3. Die Erscheinung Jesu bedeutet
gottesfürchtig leben, eben ganz aus Drohungen Nordkoreas, Indiens und eine glückselige Hoffnung für alle,
der Gnade. Pakistans mit Massenvernichtungswaf- die Ihn als Heiland angenommen
• Besonnen bedeutet: wohlüberlegt fen, der Terrorismus, die Armut, Kata- haben und Ihn erwarten. Christen
und geistlich handeln, nicht «aus dem strophen, die auch Europa nicht mehr haben nicht nur eine vage Hoffnung,
Bauch heraus» entscheiden, nicht vor- verschonen, die Aidsepidemie, Sars usw. sondern eine glückselige Hoffnung. Da-
schnell, nicht im Zorn etwas tun oder Man will zwar Frieden schaffen, aber das rum schreibt Paulus in seinen Ausfüh-
andere verletzen. scheint immer weniger zu gelingen. rungen über die Entrückung: «Wir wol-
• Gerecht heisst: den anderen nicht len euch aber, Brüder, nicht in Unkennt-
ungerecht behandeln, keine Unterschie- 2. Jesus gibt uns in Seiner Ölbergre- nis lassen über die Entschlafenen, da-
de in der Person machen. Wir sollen so de einen «Endzeit-Stufenplan». Er sagt mit ihr nicht betrübt seid wie die übri-
leben, wie es Gott recht ist, nämlich dem unter anderem: «Wenn ihr aber von Krie- gen, die keine Hoffnung haben» (1.Thess
Wesen und der Gesinnung Jesu ähnlich gen und Empörungen hören werdet, so 4,13).
werden. Nur so können wir Gott wohl- erschreckt nicht! Denn dies muss vorher Nitzsche sagte über sein Leben: «Ich
gefällig leben. geschehen, aber das Ende ist nicht gehe ins Nirgendwo und immer ins
• Gottesfürchtig bedeutet: sich einen sogleich da» (Lk 21,9). Wahrscheinlich Nirgendwo und immer und immer
Lebensstil aneignen, der von Gott be- sind hiermit die beiden Weltkriege ge- wieder ins Nirgendwo.» Christen aber
stimmt wird. Das heisst nicht, dass wir meint, die zur Staatsgründung Israels führ- gehen nicht ins Nirgendwo, sondern sie
uns vor Gott ängstigen, sondern dass wir ten, damit die Endzeit im engeren Sinn gehen einem Tag grösster Freude
den Herrn vor Augen haben und Sein überhaupt erst beginnen konnte. entgegen. Die Bibel drückt das so aus:
Wort ernst nehmen. «Dann sprach er zu ihnen: Es wird «… wenn er kommt, um an jenem Tag
sich Nation gegen Nation erheben und in seinen Heiligen verherrlicht und in
Königreich gegen Königreich; und es allen denen bewundert zu werden, die
Was da kommt
In Titus 2,13 wird uns die Zukunft
vorgestellt, und wir sehen deutlich, wie
sehr der Name Jesu hochgehalten wird:
«… indem wir die glückselige Hoffnung
und Erscheinung der Herrlichkeit
unseres grossen Gottes und Heilan-
des Jesus Christus erwarten.» Hier
wird nicht über rostiges Metall gespro-
chen, sondern es wird uns der lupenrei-
ne Diamant gezeigt, und jeder kann den
Unterschied sehen.

1. Jesus Christus erwarten. Wir sol-


len nicht nur ab und zu an die Wieder-
kunft Jesu denken, sondern wir sollen
sie beständig erwarten. Die Entrückung
kann jederzeit geschehen.
Wenn ich auf jemanden warte, dann
rechne ich jeden Moment mit seinem
Erscheinen. Das schiebe ich nicht in die
ferne Zukunft. Da setze ich auch nicht Ein kleines Kind kann nur normal gedeihen und wachsen, wenn es regelmässig versorgt wird
andere Dinge dazwischen, die vorher
noch geschehen müssten. Paulus sagt werden grosse Erdbeben sein und an geglaubt haben; denn unser Zeugnis an
nicht, dass wir auf die Trübsal, den An- verschiedenen Orten Hungersnöte und euch ist geglaubt worden» (2.Thess
tichristen oder auf das letzte Weltreich Seuchen; auch Schrecknisse und grosse 1,10). «… sondern ihr seid gekommen
warten sollen, sondern vielmehr: «… in- Zeichen vom Himmel wird es geben» zum Berg Zion und zur Stadt des leben-
dem wir die glückselige Hoffnung und (V 10-11). Hier macht Matthäus den digen Gottes, dem himmlischen Jerusa-
Erscheinung der Herrlichkeit unseres Zusatz: «Alles dies aber ist der Anfang lem; und zu Myriaden von Engeln, einer
grossen Gottes und Heilandes Jesus der Wehen» (Mt 24,8). Die Erdbeben- Festversammlung» (Hebr 12,22). Und in
Christus erwarten» (Tit 2,13). häufigkeit nimmt zu, es drohen weltwei- Psalm 145,12 heisst es: «… um den
Sobald wir meinen, andere Dinge te Hungersnöte, neue und alte Seuchen Menschenkindern kundzutun deine
müssten noch vor der Entrückung ge- treten vermehrt auf (Tuberkulose, Pest, Machttaten und die prachtvolle Herrlich-
schehen, erwarten wir den Herr Jesus Aids, Krebs, Pocken, Sars usw.). Nicht keit deines Reiches.» Darum werden wir
nicht mehr zuerst. Natürlich erkennen nur Amerika und der Ferne Osten, son- heute und jetzt aufgefordert: «Sät euch
wir an den Zeichen der Zeit immer deut- dern auch Europa wird von schwersten Gerechtigkeit, erntet nach dem Mass der
licher, dass die Wiederkunft Jesu vor der Stürmen und Überschwemmungen Gnade!» (Hos 10,12). ■
Tür steht. Selten traten die Probleme der heimgesucht; seit den Anschlägen vom
Welt nach dem Zweiten Weltkrieg 11. September 2001 ist niemand mehr
1
wieder so gehäuft und spürbar auf wie vor Terroranschlägen sicher … John Benton, Einleuchtend, S. 150

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Im Blickfeld
«Ende» erhält einen ganz bestimmten
Sinn, wenn es durch Wörter wie «Tag»,
«Woche», «Jahr» usw. näher bestimmt
wird. Auch in der Bibel kann sich der
Begriff «Endzeit» auf das Ende dieses
Zeitalters der Gemeinde Jesu beziehen
oder auch auf andere Zeiträume.
Eine Vielzahl von biblischen Ausdrü-
cken spricht offenbar von der Endzeit.
Die Bibel lehrt, dass unser gegenwärti-
ges Zeitalter mit der Entrückung enden
wird. Darauf wird die Zeit der Trübsal
folgen, die mit der Wiederkunft des
Messias auf die Erde abgeschlossen wird.
Deshalb müssen wir unterscheiden zwi-
schen den «letzten Tagen» des Gemein-
dezeitalters und den «letzten Tagen» der
Trübsal, die Israel durchleben muss. Die
Bibel spricht deutlich von einer Zeit der
letzten Tage oder des Endes, aber sie
meint damit nicht immer denselben Zeit-
raum. Der Zusammenhang eines Textes
ermöglicht es dem Leser, zu wissen, ob
die Bibel über die letzten Tage in Bezug
auf Israel oder die Endzeit in Bezug auf
die Gemeinde Jesu spricht. Viele mei-
nen, dass es im Hinblick auf das Ende

Leben wir des Gemeindezeitalters bestimmte Zei-


chen gibt. Meiner Meinung nach geht
man zu weit, wenn man behauptet, dass
es Zeichen für das Ende des Gemeinde-

in den letzten zeitalters gibt. Stattdessen enthält die


Bibel Hinweise auf den allgemeinen Zu-
stand der Gemeinde Jesu und den allge-
meinen Verlauf ihres Zeitalters sowie

Tagen? Warnungen über einige Tendenzen, die


im letzten Abschnitt des Gemeindezeit-
alters festzustellen sind. Texte wie 1. Ti-
motheus 4,1-5, 2. Timotheus 3,1-5 und
2. Petrus 3,3 beziehen sich
Häufig stellen sich Christen die wichtige Frage: «Leben wir in den letzten höchstwahrscheinlich auf die zweite
Hälfte oder den letzten Teil des Gemein-
Tagen oder in der Endzeit?» Wenn man mich fragt, lautet meine klare Ant- dezeitalters. In diesen Texten werden die
wort: «Ja und nein!» Eine solche Antwort verlangt nach einer Erklärung. Gläubigen gewarnt, dass Auffassungen
und Lebensweisen der Welt in die Ge-
meinde einsickern und dort ebenfalls
Endzeit-Vokabular cke sich auf ein und dieselbe Sache be- allgemein üblich werden. Diese Ab-
ziehen. Das ist aber nicht der Fall, denn schnitte sprechen nicht über einen all-
einer Meinung nach verwendet auch in unserem Leben gibt es viele gemeinen moralischen Verfall in der

M die Bibel Ausdrücke wie «letzte


Tage» auf vielfältige Weise, so
dass manche Bibeltexte sich auf unsere
Endpunkte, wie zum Beispiel das Ende
des Arbeitstages, das Ende des Tages
aufgrund der Uhrzeit, das Ende der Wo-
Gesellschaft, sondern über Verfallser-
scheinungen, deren Auftreten innerhalb
der Gemeinde als Bestandteil des gros-
Zeit beziehen, andere aber nicht. Wenn che, des Monats und des Jahres. Nur weil sen Abfalls vorhergesagt werden.
Christen in der Bibel die Begriffe «letz- das Wort «Ende» verwendet wird, heisst Bezeichnenderweise ist es schwierig,
te Tage», «Endzeit» usw. lesen, dann ge- das nicht, dass sich dieses «Ende» immer einen solchen Verfall quantitativ zu mes-
hen sie davon aus, dass diese Ausdrü- auf dieselbe Zeit bezieht. Das Wort sen. Gleichgültig, wie schlimm die Zu-

8 Mitternachtsruf > Juni 2003


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stände sind, sie können immer noch ein göttlichem Gericht enden, weil der künf- «Ende der Tage» auf die Zeit der Trüb-
wenig schlimmer werden. Deshalb ist es tigen Zeit diese Verwüstung vorausgehen sal, in der wir heute noch nicht leben,
nicht möglich, genau zu wissen, wie muss. Das Neue Testament bezeichnet aber deren Beginn wahrscheinlich kurz
schlimm die Zustände sein müssen, da- das jetzige Zeitalter als die letzten Tage. bevorsteht. Natürlich wird die Gemein-
mit sie als prophetische Zeichen bewer- Aber welche «letzten Tage» sind hier de Jesu entrückt, bevor für die Welt die
tet werden können. Für den Raum der gemeint? Das Neue Testament meint Trübsalzeit beginnt. In 5. Mose 31,29
Gemeinde Jesu gilt zum Beispiel auch: damit die letzten Tage vor dem Beginn wird der Ausdruck «am Ende der Tage»
«Mit den bösen Menschen aber und Be- des messianischen Zeitalters. als Hinweis auf diese Zeit verwendet,
trügern wird’s je länger, desto ärger: sie Mindestens vier eindeutige Texte ver- wenn es heisst: «Dann wird euch das
verführen und werden verführt» (2.Tim wenden ein Endzeit-Vokabular, um das Unheil treffen am Ende der Tage».
3,13). gesamte Zeitalter der Gemeinde Jesu als Der Ausdruck «Ende der Tage» be-
die letzten Tage zu bezeichnen. In die- zieht sich in Jeremia 30,24 und 48,47
sem Sinne leben wir in den letzten Ta- zweimal auf die Zeit der Trübsal. Auch
Das Zeitalter der Gemeinde Jesu gen, denn das gesamte Gemeindezeital- Daniel verwendet diese Redewendung
In einer Vielzahl von neutestamentli- ter wird so genannt. Die meisten Men- für diesen Zeitraum: «Aber es gibt einen
chen Texten beziehen sich die Begriffe schen denken aber nicht an diesen Gott im Himmel, der Geheimnisse offen-
«letzte Tage», «letzte Zeiten» und «letz- Sprachgebrauch, wenn sie fragen: «Le- bart; und er lässt den König Nebukad-
te Zeit» eindeutig auf das Zeitalter der ben wir in den letzten Tagen?» Sie möch- nezar wissen, was am Ende der Tage
Gemeinde Jesu, in dem wir heute leben. ten wissen, ob wir in einer Zeit leben, geschehen wird» (Dan 2,28). Der Pro-
So schrieb der Verfasser des Hebräer- in der sich die letzten biblischen Pro- phet Daniel beginnt, den Plan Gottes für
briefs: «Nachdem Gott vorzeiten vielfach phezeiungen erfüllen. Bevor ich diese die Zukunft zu offenbaren, und diese
und auf vielerlei Weise geredet hat zu Frage beantworten kann, müssen wir dreht sich um Ereignisse, die sich in der
den Vätern durch die Propheten, hat er uns den alttestamentlichen Sprachge- Trübsalzeit entfalten werden. Das ist
in diesen letzten Tagen zu uns geredet brauch näher ansehen. auch bei einem anderen Text im Buch
durch den Sohn» (Hebr 1,1-2). Die Nu- Daniel der Fall: «Und ich bin gekommen,
ancierung des gesamten Abschnitts er- um dich verstehen zu lassen, was dei-
fordert es, dass der Begriff «letzte Tage»
Die letzten Tage im Alten Testament nem Volk am Ende der Tage widerfah-
sich auf das heutige Gemeindezeitalter Wenn wir uns damit befassen, wie das ren wird; denn noch gilt das Gesicht für
bezieht. Gleichermassen sagte Petrus: Alte Testament diese Begriffe verwendet, ferne Tage» (Dan 10,14). Der Prophet
«Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der erkennen wir, dass sie eine andere Be- Daniel verwendete eine ganze Reihe von
Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart deutung haben als diejenigen, die vom anderen «Endzeit-Begriffen», die sich
am Ende der Zeiten um euretwillen» Gemeindezeitalter sprechen. Meiner alle auf die Zeit der Trübsal beziehen
(1.Petr 1,20). Mit dem «Ende der Zei- Meinung nach bezieht sich der alttesta- oder die den Weg bereiten für die Herr-
ten», von dem er in diesem Zusammen- mentliche
hang spricht, müssen hier die letzten Sprachge-
2 000 Jahre gemeint sein, in denen wir brauch auf die
noch immer leben. Johannes bestätigt Epoche, die
die Aussagen dieser beiden Autoren mit zum Kommen
den Worten: «Kinder, es ist die letzte des Messias
Stunde! Und wie ihr gehört habt, dass zur Aufrich-
der Antichrist kommt, so sind nun schon tung Seines
viele Antichristen gekommen; daran er- Reiches auf
kennen wir, dass es die letzte Stunde ist» Erden hin-
(1.Joh 2,18). Judas meinte die Gescheh- führt, also die
nisse in seiner Zeit, als er sagte, «dass Zeit, die ich als
zu der letzten Zeit Spötter sein werden, «Zeit der Trüb-
die nach ihren eigenen gottlosen Begier- sal» bezeich-
den leben» (Jud 18). ne. Ein deutli-
Nach jüdischer Sicht über biblische ches Beispiel
Prophetie besteht die Geschichte aus dafür findet Die «letzten Tagen» der Trübsal wird Israel durchleben müssen
zwei Zeitabschnitten, und zwar 1) dem sich in
jetzigen Zeitalter, in dem Israel auf das 5. Mose 4,30: «Wenn du in Not bist und schaft des Messias. Ausdrücke wie «Zeit
Kommen des Messias wartet und 2) dem wenn alle diese Dinge dich getroffen des Endes» (Dan 8,17; 12,4.9) und
künftigen Zeitalter, der Zeit, in der alle haben am Ende der Tage, wirst du zum «Ende der Tage» (Dan 12,13) sprechen
Verheissungen und Bündnisse erfüllt Herrn, deinem Gott, umkehren und auf von der endzeitlichen Trübsalzeit, die
werden und für Israel durch das Kom- seine Stimme hören» (5.Mo 4,30). Für noch bevorsteht. Diese Begriffe werden
men des Messias seine verheissenen das Wort, das hier mit «Not» übersetzt in Daniel 12 drei Mal verwendet für eine
Segnungen Wirklichkeit werden. Das wird, steht im Hebräischen der Ausdruck Zeit, die in Vers 1 dieses Kapitels als
jetzige Zeitalter wird durch das Erschei- für «Drangsal» – in diesem Zusammen- «eine Zeit der Bedrängnis» bezeichnet
nen des Messias beendet werden, und hang die Zeit der Trübsal. Das bedeutet, wird, «wie sie noch nie gewesen ist, seit-
das künftige Zeitalter wird durch Seine dass in diesem Text die Trübsalzeit mit dem irgendeine Nation entstand bis zu
Ankunft eingeleitet. Nach dieser Sicht- dem «Ende der Tage» gleichgesetzt wird. jener Zeit.» Das Wort «Bedrängnis» ist
weise muss die gegenwärtige Epoche in Deshalb bezieht sich der Ausdruck der hebräische Ausdruck für Trübsal. Der

Mitternachtsruf > Juni 2003 9


Feindschaft –

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Im Blickfeld
Gesamtzusammenhang dieses Kapitels
deutet ebenfalls auf die kommende Zeit
das Buch Daniel studieren, weil sie he-
rausfinden wollen, was in dieser einzig-
der Tod des
der Trübsal hin. In Daniel 12,4 wird er- artigen Zeit vor sich geht. Harry Bultema
drückt es so aus: «Das Umher-
streifen kann sich auch auf das
eigenen
Suchen der Augen in den Blät-
tern eines Buches beziehen …
Herzens
Aus diesem Blickwinkel be-
trachtet könnte dieser Text vom Eine feindselige Haltung gegenüber
sorgfältigen Durchforschen der Mitmenschen führt einer US-Studie
Schrift am Ende der Zeit spre-
chen.»2 In diesem Fall würde zufolge zu einem höheren Herzin-
sich der zeitliche Rahmen des farktrisiko als Fettleibigkeit, Rauchen
Textes auf die künftige Zeit der oder hohe Blutfettwerte. Jener
Trübsal beschränken und könn-
te nicht auf unsere heutige Zeit
Stress, den sich die Betroffenen
angewendet werden. Für die durch permanente Antipathie selbst
Im Leben gibt es viele Endpunkte, wie z. B. das Ende des Tages erste Deutung scheint es im zufügen, könnte etwa zu schädlichen
Text keine echte Grundlage zu hormonellen Reaktionen oder zu
wähnt, dass die Lehren über die End- geben. Eine solche Sichtweise wird auch
zeit im Buch Daniel für das jüdische Volk nicht durch den hebräischen Sprachge- Herzrhythmusstörungen führen,
versiegelt werden «bis zur Zeit des En- brauch gestützt. vermuten die Forscher.
des». Viele Ausleger biblischer Prophe-
eindseligkeit der bedeutendste

F
tie sind der Meinung, dass kurz vor der
Rückkehr Christi die Welt eine Zunah-
Schlussbemerkung Risikofaktor. Die US-Psychologen
me der Reisegeschwindigkeit erleben Zum Abschluss möchte ich noch hatten 774 ältere Männer drei Jah-
wird, in Verbindung mit einer explosi- einmal die eingangs gestellte Frage auf- re lang beobachtet. Knapp sechs Prozent
ven Vermehrung des Wissens. Sie stüt- greifen: Leben wir in den letzten Tagen? der Probanden, die sich aufgrund eines
zen sich dabei auf Daniel 12,4, denn dort Lieber Leser, liebe Leserin, Sie können Fragebogens als sehr feindselig erwiesen
heisst es: «Viele werden suchend umher- den Ausführungen in diesem Beitrag ent- hatten, bekamen in dieser Zeit eine Er-
streifen, und die Er- nehmen, dass wir krankung der Herzkranzgefässe. Feind-
kenntnis wird sich heute in den letzten seligkeit sei damit der bedeutendste al-
mehren.» Niemand Tagen leben, weil wir ler erfassten Risikofaktoren gewesen, be-
kann bestreiten, dass uns im Zeitalter der richtet das Magazin ‹Psychologie heute›
es in den letzten 100 Gemeinde Jesu befin- (Weinheim) in seiner Aprilausgabe. Die
Jahren tatsächlich eine den, das auch als die Forscher hatten unter anderem Daten zu
enorme Zunahme so- «letzten Tage» oder Gewicht, Blutfettwerten, Blutdruck, Al-
wohl bei der Ge- die «letzte Zeit» be- koholkonsum und Rauchen der Proban-
schwindigkeit des Rei- zeichnet wird. Auf gar den ausgewertet. Feindseligkeit habe
sens als auch bei der keinen Fall leben wir sogar unabhängig von diesen bekannten
Ansammlung von Wis- jedoch in den letzten Gefahren das Risiko für Herzerkrankun-
sen gegeben hat – ein Tagen, wie sie das gen erhöht. Zuvor sei nur bekannt ge-
Zeichen in unserer Alte Testament in Be- wesen, dass die schädliche Wirkung von
Zeit, dass das Ende zug auf Israel er- beispielsweise hohem Blutdruck damit
nahe ist. Aber hat Da- wähnt. Die dort ver- verstärkt werden könne.
niel das in diesem Ab- Die letzten 100 Jahre: eine grosser wendeten Ausdrücke Die Original-Studie der Forscher von
schnitt wirklich so ge- Wissensschub wie «Ende der Tage» der Brown University in Providence (US-
meint? Ich glaube oder «Zeit des Endes» Staat Rhode Island) ist im Fachjournal
nicht. beziehen sich auf eine Zeit des Eintritts ‹Health Psychology› (Bd. 21, Nr. 6) ver-
Die korrekte Auslegung dieses Ab- in eine neue Zeit. Meines Erachtens er- öffentlicht.» (sa/dpa)
schnitts wird uns von Dr. Charles Ryrie leben wir heute, wie die Bühne für die Diese Studie zeigt einmal mehr, wie
in seiner berühmten Ryrie-Studienbibel Endzeitereignisse der Trübsalzeit vorbe- Recht die Bibel hat. Neuste Untersuchun-
vorgestellt: «Wenn sich das Ende nähert, reitet wird, aber wir leben gegenwärtig gen kommen zu einem Ergebnis, welches
werden die Menschen umherreisen, um nicht in dieser Zeit. Maranatha! ■ T.I. das Wort Gottes schon seit Jahrtausenden
zu erfahren, was die Zukunft für sie be- aussagt. Gott, der den Menschen erschaf-
reithält.»1 Das bezieht sich nicht nur auf 1 fen hat und das Herz kennt, weiss, was
The Ryrie Study Bible, NASB, Chicago, 1978,
die Menschen im Allgemeinen, sondern S. 1332 gut oder schlecht für die physische Ge-
auf das jüdische Volk im Besonderen. In 2 Harry Bultema, Commentary on Daniel, Grand sundheit ist. Feindschaft schadet nicht nur
der Zeit der Trübsal werden viele Juden Rapids, 1988, S. 349 dem anderen, sondern auch einem selbst.

10 Mitternachtsruf > Juni 2003


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In Sprüche 14,30 eine andere Meinung,
Aufgegriffen


steht: «Ein gelassenes Alles, was du nicht aus Liebe eine andere biblische
Herz ist des Leibes Le- in den Tag hineingelegt, Auffassung; man
ben, aber Wurmfrass in sind nur kümmerliche Triebe, möchte ein Projekt
den Knochen ist die Lei- die von Krankheit sind geprägt. anders durchbringen, Beim «Wort zum Sonntag», das regelmäs-
denschaft.» Feindliche Nur die Liebe löst Probleme, hat andere Vorschläge sig am...........................................................................
Samstagabend ausgestrahlt wird, gibt
Leidenschaft zerfrisst sie besteht in Ewigkeit. oder will etwas in der es seit längerem eine neue «Zielsetzung». Es
den eigenen Leib, sie Sie allein trägt Diademe, Gemeindestruktur än- solle keine Kurz-Predigt gehalten werden, son-
macht mürbe und ver- die erfreuen auch im Leid. dern. Dabei wird dann dern ein aktueller Kommentar aus christlicher
krampft, unglücklich auf eine Art und Wei-
Sicht. Sehr oft lasse die Sendung deshalb
und freudlos. Im Gala- se argumentiert, die
Alles, was aus Hass geboren, christliche Aussagen mit biblischen Inhalten
terbrief nennt der Apos- nicht zur Förderung
wo Gewalt den Tag umhüllt, vermissen, so die Kritiker. Gott oder Jesus wür-
tel Paulus unter den und zur Auferbauung
Werken des Fleisches, geht mit Sicherheit verloren, beiträgt, sondern ver- den oft überhaupt nicht erwähnt. Der Zuschau-
die Gott widersprechen, weil die Dämonie es füllt. letzend wirkt und den er frage sich, wo Zuspruch, Ansporn, Ermuti-
neben Zauberei und Hass und Liebe diese beiden anderen denunziert. gung, Ermahnung und Trost blieben.
Götzendienst, auch: sind wie Licht und Finsternis. Dadurch wird aller
«… Feindschaften, Ha- Doch die Liebe wird entscheiden, Sachlichkeit der Boden Belgien wird unter Umständen ein umstrit-
der, Eifersucht, Zornaus- ob du lebst. Das ist gewiss! entzogen: Man sieht tenes Gesetz abändern, das die Verfolgung von
brüche, Selbstsüchtelei- Helmut Spörl seinen Nächsten als Kriegsverbrechen auf der ganzen Welt erlaubt.
en, Zwistigkeiten, Par- Gegner und behandelt Die Modifizierung des Gesetzes würde das Ende
teiungen» (Gal 5,20). Es ihn als Feind. Oft einer Klage gegen den israelischen Premier-
ist wichtig zu bemerken, dass diese Din- steckt die Selbstsucht dahinter. Man hält minister Ariel Sharon bedeuten.
ge nicht der Welt, sondern der Gemein- seine eigene Meinung für so wichtig,
de Jesu geschrieben wurden. Gerade in dass man Feindschaft sät, nur um sich Ein Vater, der seinen Sohn geohrfeigt hat-
ihren Reihen, in lokalen Gemeinden selber durchzusetzen. In Sprüche 10,12 te, wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung
oder Gemeinschaften, können Feind- heisst es: «Hass erregt Hader (r.Elb.: Zän- zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt. Ei-
schaften, Hader, Eifersucht, Zwistigkei- kereien); aber die Liebe deckt alle Über- nem Arzt rutschte die Hand aus, weil sein 7-
ten und Parteiungen entstehen. Man hat tretungen zu.» ■ N.L. jähriger Sohn ein freches Wort gesagt hatte.

An der jüngsten Ebola-Epidemie in Kongo


starben bereits 113 Menschen. Experten fürch-
ten, das sich der Virus beim Verzehr von Affen-

Das Buch des Lebens fleisch übertragen haben könnte.

Hitoshi Oshitani, Experte der WHO meint,


dass das Sars-Virus sogar infektiöser sein
Aufgrund des Grusswortes von Peter Malgo und meinem Beitrag «Vor Grund- könnte als Ebola.
legung der Welt im Lebensbuch eingeschrieben?» in der Rubrik «Fragen –
Antworten » in der Februar-Nummer gab es einige Reaktionen. Deshalb In Lopburi (die Stadt der Affen), 160 Kilo-
möchten wir das Thema im Rahmen des Blickfeldes nochmals aufgreifen. meter nördlich von Bangkok, gelten Affen als
heilig und geniessen alle Freiheiten. Früher
wurden sie sogar nach ihrem Tod wie Menschen
est steht, dass die Aussagen der Bi- steht man unter dem Buch des Lebens?

F bel über dieses Thema viel komple-


xer sind als man im ersten Moment
meint. So ist es relativ schwierig, die
Und ist damit immer das gleiche Buch
gemeint?
beigesetzt und heute noch werden sie von
buddhistischen Mönchen angebetet.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Fern-


einzelnen Begriffe im Alten und Neuen
Testament über das Buch des Lebens
Das Buch des Lebens sehkanals Discoveri Channel glauben 71 Pro-
richtig einzuordnen, denn die Bibel Im Buch des Lebens scheinen alle zent der Deutschen, das Jesus wirklich gelebt
spricht von mehreren Büchern, die im Menschen eingetragen zu sein. Diesen hat.
Himmel geführt werden (Dan 7,10; Offb Schluss lassen folgende Bibelstellen zu,
Zum 1. August wird in Hannover ein Schul-
20,12). Grundsätzlich scheint es mir auch wenn das Buch des Lebens nicht
ausdrücklich erwähnt versuch gestartet, den deutschsprachigen, is-
wird: lamischen Religionsunterricht an Grundschu-
Die Bibel spricht von mehreren Bü- 2.Mose 32,32-33: len einzuführen.
chern, die im Himmel geführt werden «Und nun, wenn du
Helmut Markwort, Chefredakteur von Fo-
doch ihre Sünde verge-
ben wolltest! Wenn cus sagte: «Eine Million Menschen hat Sad-
wichtig, zwischen dem Buch des Lebens aber nicht, so lösche mich denn aus dei- dam Hussein auf dem Gewissen, hat sie ver-
im Allgemeinen und dem Lebensbuch nem Buch, das du geschrieben hast, aus. gast, erschiessen und hinrichten lassen, hat
des Lammes im Speziellen zu unterschei- Der Herr aber sprach zu Mose: Wer ge- Kurden, Christen und Juden massakriert. …

den. Das Problem ist allerdings: Was ver- gen mich gesündigt hat, den lösche ich

Mitternachtsruf > Juni 2003 11


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▲ Aber eine Frau wie Alice Schwarzer, die sonst Im Blickfeld
auch kleine Missstände mit harschen Worten
attackiert, murmelte über den Massenmörder
Hussein im ZDF, ‹dass er kein gemütlicher aus meinem Buch aus.» Es geht hier um waren diese Juden vorher darin einge-
Staatschef ist›. Ich kann Wolfgang Schäuble Israel in einer besonderen Situation und tragen.
gut verstehen, dass es ihm nach dieser Be- Zeit. Dennoch glaube ich, dass hier vom Psalm 139,16: «Deine Augen sahen
merkung fast den Magen umgedreht hat.» Buch des Lebens gesprochen wird, weil mich, als ich noch nicht bereitet war, und
die Begründung lautet: «Wer gegen mich alle Tage waren in dein Buch geschrie-
PLO-Chef Jassir Arafat wird in Zukunft kei- gesündigt hat» und Römer 6,23 sagt: ben, die noch werden sollten und von
ne Rolle mehr spielen. Diese Ansicht äusserte «Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, denen keiner da war.» Schon vor der
Jerusalems ehemaliger Bürgermeister Teddy die Gnadengabe Gottes aber ewiges Le- Geburt Davids und erst recht vor seiner
Kollek im Gespräch mit der Welt am Sonntag. ben in Christus Jesus, unserem Herrn.» persönlichen Hinwendung zu dem le-
Mit dem Lohn der Sünde ist zweifellos bendigen Gott, waren die Tage Davids
Israels Wasserexperten sind mit der dies- der ewige Tod gemeint, so wie im Blick bereits in Sein Buch eingeschrieben. Die
jährigen Regenzeit sehr zufrieden. Rekordarti- auf die Gnadengabe das ewige Leben Frage bleibt hier allerdings offen, ob es
ge Niederschläge haben den Pegel des Sees erwähnt ist.
Genezareth in den vergangenen Monaten Offensichtlich waren also
sämtliche Israeliten von Anfang
derart ansteigen lassen, dass er quasi wieder
an im Lebensbuch eingeschrie-
voll ist. ben, also auch all jene, an de-
nen Gott kein Wohlgefallen hat-
Die in Israel erscheinende arabische Ta-
te (Hebr 4,1-2ff.; 1.Kor 10,1-5).
geszeitung Al-Ahali hat sich gegen die Beteili-
Diejenigen aber, die gegen Gott
gung israelischer Araber am Terrorismus ge- gesündigt hatten, sollten daraus
wandt. In dem Artikel ruft Chefredakteur Sa- gestrichen werden. Ihre sündi-
lem Joubran arabische Politiker im Land dazu ge Haltung war der Beweis dafür,
auf, dieses Problem «Ernst zu nehmen». dass sie das Blut des Passahlam-
mes zwar formell in Anspruch Die Israeliten haben das Blut des Passahlammes zwar formell
Das Waschmittel Ariel von Procter & genommen, dies aber nicht aus in Anspruch genommen, dies aber nicht aus tiefster Überzeu-
Gamble fand in arabischen Ländern kaum noch tiefster innerster Überzeugung gung
Käufer. Grund: Der Name des Produkts stimmt getan hatten.
zufällig mit dem Vornamen des israelischen Psalm 9,6: «Du hast Nationen ge- sich in diesem Vers tatsächlich um das
Ministerpräsidenten Ariel Scharon überein. scholten, den Gottlosen verloren gege- Buch des Lebens handelt oder eventuell
ben, ihren Namen ausgelöscht für immer um ein anderes.
Der Soft Drink Pepsi wurde im November und ewig.» Diese Stelle, die sich laut Philipper 4,3: «Ja, ich bitte auch dich,
2000 in Ägypten aus Einkaufslisten gestrichen. Anmerkung 4303 der Elberfelder Studi- mein rechter Gefährte, stehe ihnen bei,
Unbekannte hatten via Kettenbrief verbreitet: enbibel auf das Buch des Lebens bezieht, die in dem Evangelium zusammen mit
Pepsi bedeute «Pay every penny to save Isra- zeigt an, dass auch die heidnischen Na- mir gekämpft haben, auch mit Klemens
el» (Bezahle jeden Cent um Israel zu retten). tionen und die Gottlosen bzw. Gesetzlo- und meinen übrigen Mitarbeitern, deren
sen daraus für immer und ewig ausge- Namen im Buch des Lebens sind.» Alle,
Israels Premierminister Ariel Sharon ist löscht werden. Das bedingt aber, dass sie die wahrhaft bekehrt sind und sich da-
bereit, jüdische Siedlungen in den palästinen- zuvor darin standen. Könnte diese Stel- rum auch für das Evangelium Jesu ein-
sischen Autonomiegebieten zu räumen und le aber nicht auch besagen, dass Gott die setzen, stehen im Buch des Lebens.
Gottlosen lediglich in ihrer irdischen Offenbarung 3,5: «Wer überwindet,
«schmerzhafte Zugeständnisse» zu machen,
Existenz ausgelöscht hat? Das wäre the- der wird so mit weissen Kleidern beklei-
wenn dadurch wirklicher Frieden erreicht wer-
oretisch denkbar. Aber das betonte «für det werden, und ich werde seinen Na-
den kann. Das sagte er kürzlich in einem In- immer und ewig» scheint mir eine tiefe- men aus dem Buch des Lebens nicht
terview mit der Tageszeitung Ha’aretz. re Bedeutung zu haben und sich auf das auslöschen und seinen Namen beken-
Buch des Lebens zu beziehen. nen vor meinem Vater und vor seinen
«Wer von der Wahrheit nichts opfern will, Ganz in diese Richtung deutet auch Engeln.» Ein Einwand im Hinblick auf
muss bereit sein, der Wahrheit alles zu opfern.» Psalm 69,29: «Sie sollen ausgelöscht Philipper 4,3 und Offenbarung 3,5 lau-
werden aus dem Buch des Lebens und tet, es werde hier etwas impliziert, was
Die Zahl der Geschiedenen in der Schweiz nicht eingeschrieben werden mit den da gar nicht geschrieben stehe. Diese
stieg zwischen 1990 und 2000 um 38 Pro- Gerechten!» Psalm 69 ist ein messiani- Stellen würden lediglich besagen, dass
zent. scher Psalm, der über die Kreuzigung derjenige, der im Buch des Lebens ge-
Jesu spricht. Die Juden, die Jesus Chris- schrieben steht, nicht daraus gelöscht
Die radikal-islamische Hisbollah verbrei- tus verworfen haben, waren vorher im werden könne. Man könne daraus nicht
tet ein neues Computerspiel für Kinder. Um ans Buch des Lebens eingeschrieben. Nun automatisch den Umkehrschluss ziehen,
Ziel zu gelangen, muss der Spieler auch einen aber sollen sie daraus gelöscht werden, dass die anderen aus diesem Buch ge-
hochrangigen israelischen Politiker oder Offi- um nicht mit den Gerechten eingeschrie- löscht würden. Vielleicht hätten sie nie
zier umbringen. ben zu sein. Was nicht in einem Buch darin gestanden, genauso wie die «Ab-
steht, kann nicht gelöscht werden, also gefallenen» nie wirklich bekehrt gewe-

12 Mitternachtsruf > Juni 2003


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sen seien. Dem möchte ich entgegenhal- der Erde, deren Namen nicht im Buch seines Namens eine gähnende Leere ist.
ten: Wahre Überwinder, und von solchen des Lebens geschrieben sind von Grund- Wer jedoch im Buch des Lebens steht,
spricht Offenbarung 3,5, sind mit Sicher- legung der Welt an, werden sich wun- muss am Tag des Jüngsten Gerichts nicht
heit nur die, die durch eine echte Be- dern, wenn sie das Tier sehen, dass es vor Gott erscheinen, denn durch Jesus ist
kehrung wiedergeboren worden sind: war und nicht ist und da sein wird.» er bzw. sie diesem Gericht entronnen und
«Denn alles, was aus Gott geboren ist, Diese Stelle besagt meines Erachtens herrscht bereits mit Christus (Joh 5,24).
überwindet die Welt; und dies ist der nicht – wie manche meinen –, dass die Die andern aber, die durch ihre Werke
Sieg, der die Welt überwunden hat: un- Menschen «von Grundlegung der Welt Gott gefallen wollten und sich nicht im
ser Glaube» (1.Joh 5,4). Die wiederge- an» noch nicht im Buch des Lebens stan- Glauben auf das Werk Jesu Christi stütz-
borenen Menschen, die die Gemeinde den (also später darin aufgenommen ten, stehen nicht mehr im Buch des Le-
Jesu darstellen, werden nicht aus dem wurden), sondern dass sie nicht mehr bens, sie sind darum bereits tot und ge-
Lebensbuch gelöscht. Aber offensichtlich im Buch des Lebens stehen, das von hen in die ewige Verdammnis, in den
besteht die Möglichkeit, Nichtüberwin- «Grundlegung der Welt an» existiert. Ein zweiten Tod (Offb 21,8). Der Zusammen-
der, das heisst Nichtbekehrte (blosse Bibelkommentar erklärt dazu, dass die hang mit Offenbarung 21,27 macht deut-
Namenschristen) daraus auszulöschen. Worte «geschrieben sind» nicht im Ao- lich, dass nur diejenigen gerettet sind, die
Das bedeutet, dass sie vorher darin stan- rist (Punktual), sondern im viel seltene- im Buch des Lebens des Lammes stehen.
den, aber aufgrund einer fehlenden le- ren Perfekt (Resultativ) stehen. Ebenso Sicher wird das grosse Thema der Bibel
bendigen Beziehung zu Jesus Christus auch die Stelle aus Offenbarung 20,15. über das Buch des Lebens nicht umsonst
daraus gestrichen werden. Ein Resultativ ist das Resultat eines Er- mit diesem Vers über das Buch des Le-
Wer also wird im Buch des Lebens gebnisses, das einen Vorgang mit ein- bens des Lammes abgeschlossen, denn
eingeschrieben bleiben? Nach meiner schliesst. Demnach können diese Men- dies ist letztlich das Entscheidende: «Und
Erkenntnis diejenigen, die durch ihre schen vorher im Buch des Lebens, das alles Unreine wird nicht in sie hinein-
Bekehrung ins Lebensbuch des Lammes vor Grundlegung der Welt an geschrie- kommen, noch derjenige, der Greuel und
eingetragen werden. Sie dringen zum ben ist, eingetragen gewesen sein, aber Lüge tut, sondern nur die, welche ge-
ewigen Leben durch und bleiben dem- als Resultat ihrer Verweigerung, Jesus in schrieben sind im Buch des Lebens des
zufolge im Buch des Lebens stehen. ihr Leben aufzunehmen, sind sie daraus Lammes» (Offb 21,27).
Umgekehrt gehen diejenigen, die sich gestrichen worden. Zusammenfassend: Jeder Mensch, der
nicht zu Jesus bekehrt haben und nicht Offenbarung 20,12.15: «Und ich sah in das physische Leben hineingeboren
wiedergeboren wurden in den ewigen die Toten, die Grossen und die Kleinen, wird, steht vor Grundlegung der Welt
Tod der Verdammnis und werden aus vor dem Thron stehen, und Bücher wur- fest. Da aber jeder Mensch, der in das
dem Buch des Lebens gestrichen: «Und den geöffnet; und ein anderes Buch wur- irdische Leben hineingeboren wird, auch
nichts Unreines wird hineinkommen de geöffnet, welches das des Lebens ist. für das ewige Leben bestimmt ist, steht
und keiner, der Greuel tut und Lüge, Und die Toten wurden er im Buch des Lebens
sondern allein, die geschrieben stehen gerichtet nach dem, was geschrieben. So drückt
in dem Lebensbuch des Lammes» (Offb in den Büchern geschrie- demnach das Buch des
21,27). Wer nicht durch das Blut des ben war, nach ihren Wer- Lebens den Willen Got-
Lammes Vergebung seiner Sünden er- ken. … Und wenn je- tes aus – und Gott will
langt, ist und bleibt unrein (Röm 5,9; mand nicht geschrieben nicht, dass jemand verlo-
Eph 1,7; 1.Joh 1,7). gefunden wurde in dem ren gehe (2.Petr 3,9).
Buch des Lebens, so wur- Aber nur wer im Lebens-
Das Lebensbuch des Lammes und de er in den Feuersee ge- buch des Lammes einge-
das Buch des Lebens im Neuen worfen.» Ich gehe davon tragen ist, dringt auch
aus, dass im Buch des Le- zum ewigen Leben
Testament bens niemand steht, der durch. Dies geschieht
Vom Lebensbuch des Lammes lesen vor dem grossen weissen durch aufrichtige Busse
wir in Offenbarung 13,8: «Und alle, die Thron des Endgerichts er- «Deine Augen sahen mich, als ich und Annahme des Heils
auf Erden wohnen, beten es (das Tier) scheinen muss. Darum noch nicht bereitet war, und alle in Jesus Christus und
Tage waren in dein Buch
an, deren Namen nicht vom Anfang der wird von diesen Men- geschrieben, die noch werden durch die daraus resultie-
Welt an geschrieben stehen in dem Le- schen auch bereits als sollten und von denen keiner da rende Wiedergeburt im
bensbuch des Lammes, das geschlach- von Toten gesprochen: war» Heiligen Geist. Die
tet ist.» Diese Menschen, die den Dra- «Und ich sah die To- Nichtbekehrten dagegen
chen und das Tier anbeten, stehen nicht ten … Und die Toten wurden gerich- werden aus dem Buch des Lebens aus-
im Lebensbuch des Lammes. Das heisst, tet …» Sie stehen nicht im Buch des Le- gelöscht, weil sie sich nicht bekehrt ha-
sie stehen nicht mit dem Lamm Gottes bens, weil Gott kein Gott der Toten, son- ben und nicht im Lebensbuch des Lam-
in Verbindung, das durch Seinen Tod das dern der Lebenden ist (Mt 22,32). Ge- mes stehen.
ewige Leben für alle erworben hat, die rechtigkeitshalber wird das Buch aufge- Die entscheidende Frage lautet des-
an Jesus glauben. Darum werden sie den schlagen, um jedem Verurteilten zu zei- halb: Stehen Sie, der Sie dies lesen,
kommenden Weltherrscher anbeten, in gen, dass er nicht durch eigene Werke in schon im Buch des (ewigen) Lebens ge-
welchem sich der Teufel manifestiert. das ewige Leben eingehen konnte. Er schrieben oder nicht?! In Offenbarung
Offenbarung 17,8: «Das Tier, das du hätte nicht vor diesem Gericht erschei- 20,15 wird ganz klar gesagt: «… wenn
gesehen hast, war und ist nicht und wird nen müssen, wenn sein Name darin ste- jemand nicht gefunden wurde in dem
aus dem Abgrund heraufsteigen und hen würde. Mit Schrecken muss er nun Buch des Lebens, so wurde er in den
geht ins Verderben; und die Bewohner mit eigenen Augen sehen, dass anstelle Feuersee geworfen.» ■ N.L.

Mitternachtsruf > Juni 2003 13


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und unserer Verfassung! Doch was der
Im Blickfeld Mensch sät, muss er ernten. Wir kön-
nen heute die Saat aufgehen sehen, die
1992 ausgestreut wurde: Bei der Abstim-
mung über das Sexualstrafrecht, das
auch von Christen unterstützt wurde,
wies die EDU auf die Gefahren der Por-

Pädophilie – nografie hin. Die Unterscheidung in ‹har-


te› und ‹weiche› Pornographie war ein
grosser Fehler.

was steht Wenn Männer Kinder missbrauchen,


ist das etwas vom Schlimmsten, was es
überhaupt gibt! Macht wird eingesetzt

dahinter? und Schwäche missbraucht! Für mich ist


absolut klar, dass das Schwert des Staates
(Röm 13) die Schuldigen mit aller Härte
Die weltweite Aktion «Genesis» hat treffen muss. Es nützt nichts, wenn ein
Heer von Psychologen und Psychiatern
die Gemüter bewegt. In einer noch zur Therapie bemüht wird. Der Staat
nie da gewesenen Aktion wurden muss Voraussetzungen schaffen, damit
Männer überprüft und ihre Internet- mit allen Mitteln gegen diesen Schmutz
kontakte minutiös verfolgt. vorgegangen werden kann! Gerade auch
in christlichen Kreisen muss in der Ver-
kündigung darauf hingewiesen werden,
dass es für diese Sünde auch Hilfe gibt.
ationalrat Christian Waber schrieb die Gott nicht möchte. Nur fehlgeleite- Nicht wegschauen, sondern hinschauen

N dazu in «EDU-Standpunkt», Nr. 4/


2003: «Ein weltweites Problem.
Kinderpornographie gleicht einer Seu-
te Menschen können Menschen, können
Kinder missbrauchen!
und helfen! Wir müssen über diese The-
men sprechen und in Ermahnung und
Seelsorge darauf eingehen.
che; die Kontakte und Beziehungen ge- Die Lust- und Frustgesellschaft
hen bis in feinste Kreise von Politik und Sexualität ist heute zum Konsumgut Moralisches ‹Tschernobyl›. Es kann
Wirtschaft. Kann da überhaupt Abhilfe verkommen. An allen Ecken, in allen doch nicht angehen, dass ein Gericht im
geschaffen werden? Medien kann konsumiert werden. Der Kanton Zürich (Schweiz) einen Mann
Sexualität – kein Problem!? Mann und Überhang an öffentlichen Diskussionen, nur bedingt verurteilt, der mit 13-jähri-
Frau wurden von Gott wunderbar er- Filmen und Internetkonsum führt zu ei- gen Knaben sexuelle Kontakte hatte! Die
schaffen. Der Mann als Mann, die Frau ner Verfälschung der Werte. Gut sind der Begründung des Gerichtes, ‹der Mann
als Frau, beide mit ihren biologischen und die, die immer Lust konnte das Alter der
Funktionen. «Der Mann wird Vater und haben und ihre Sexuali- Knaben nicht wissen›,
Mutter verlassen und seiner Frau ‹anhan- tät frei ausleben. Treue, Heute zählen führt letztlich dazu, dass
gen›», lehrt die Bibel. Der Mann wird
immer Jäger sein, ein rechter Mann
Verantwortung und War-
ten sind veraltete Begrif-
Worte und nicht alles entschuldbar wird!
Mit dieser Taktik kom-
«jagt» aber nur seine Frau! Er erlegt sie fe. Wer nicht mehr mag, mehr das Wort men wir dahin, dass nie-
nicht, sondern liebt und hegt sie, sorgt
für sie und bringt ihr mindestens drei
nimmt Viagra, konsu-
miert Pornografie und
(Gottes)! mand mehr schuldig ist
und es keine Sünde
Mal im Jahr ihre Lieblingsblumen! Die begibt sich in eine Spi- mehr gibt! Der Täter
Frau ehrt den Mann und weiss um sei- rale der Lust, die nicht aufhört. Da heu- wird zum Opfer erklärt und in die The-
ne Sexualität, kennt ihn durch und durch te alles möglich ist, haben die Perversi- rapie abgeschoben! Es ist eine traurige
und kann sich von Herzen ‹schenken›! onen kein Ende. Hinzu kommt, dass die Tatsache, dass Moral und Ethik schon
Unsere gottgeschaffene Lust ist nicht Gerichte die persönliche Freiheit immer längst zur Worthülse degradiert sind.
böse, sondern ein wunderbares Ge- mehr in den Vordergrund stellen und Heute zählen Worte und nicht mehr das
schenk unseres Herrn. Probleme tau- allen Dreck schützen. Wenn alle Rege- Wort (Gottes)! Die menschlichen Reak-
chen dort auf, wo sich zwei Menschen, lungen versagen, wird schliesslich noch toren sind explodiert, senden dauernd
die sich lieben, die sich ehren und re- die ‹Kunst› bemüht und selbst harte tödliche Strahlung aus und wir suchen
spektieren, einander entziehen. Wo Se- Pornografie mit der Begründung der nach den Ursachen. Die Pädophilie, der
xualität verbannt wird, kommen andere ‹künstlerischen Freiheit› geschützt. Kindsmissbrauch, ist ein Geschwür, das
Bedürfnisse, werden Gedanken geweckt, Art. 197 StGB verliert seine Wirkung, weiterwuchert. Die Schleusen sind ge-
die Meinungsfrei- öffnet, die Sinne verführt. Kämpfen wir
heit, durch die Eu- in persönlicher Glaubwürdigkeit dage-
Der Überhang an öffentlichen Diskussi- ropäische Men- gen an!»
schenrechtskonven- «Er sprach aber zu seinen Jüngern:
onen, Filmen und Internetkonsum führt tion EMRK ge- Es ist unmöglich, dass nicht Verführun-
zu einer Verfälschung der Werte schützt, steht über gen kommen. Wehe aber dem, durch den
unseren Gesetzen sie kommen!» (Lk 17,1). ■ N.L.

14 Mitternachtsruf > Juni 2003


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Aus der Arbeit des Mitternachtsruf
Fremdsprachenausgaben erstmals in eigener Druckerei
ppel de Minuit», «Chiamata di Mez

A zanotte», «Middernachtsroep», «Éj-


féli Kiáltás», «Strigatul de la mie-
zul noptii» – das sind die Ausgaben der
Neben der ungari-
schen, rumänischen
und russischen
Zeitschrift «Mitternachtsruf» in den
Ausgabe werden jetzt
Sprachen Französisch, Italienisch, Hollän- auch die französi-
disch, Ungarisch und Rumänisch. Und schen, italienischen
zum ersten Mal wurden diese fünf fremd- und holländischen
sprachigen Zeitschriften (Mai-Ausgabe) Zeitschriften in
komplett in unserer MNR-Europadrucke- unserer Druckerei
hergestellt
rei in Budapest hergestellt. ■ J.M.

Filme herstellen > drucken > Druckbögen zusammentragen, heften …

> > >


30. Kongress über das prophetische Wort am See Genezareth
m 5. Mai brachen rund 70 Teilneh- heute mehr denn je Ausschau nach ech- über die Gefahren für Israel aufgrund des

A mer zur 10-tägigen 30. Kongress-


reise von Frankfurt und Zürich-Klo-
ten nach Israel auf. Wir sind dem Herrn
ten Freunden.
Im Rahmen des zweitägigen Beth-
Shalom-Kongresses am See Genezareth
«Road Map-Friedensplanes». Dr.
Gershon Nerel vermittelte uns einen
weiten Einblick in messanische Gemein-
dankbar, dass es immerhin 70 waren, wurde den Teilnehmern reichlich Wort den in Israel. Dr. Jürgen Bühler sprach
denn viele Christen wagen sich heute Gottes und Informationen weitergege- über die Beziehungen zwischen der EU
nicht mehr nach Israel; dabei hält Israel ben: So sprach Dr. Mordechai Waron und Israel und was damit zusammen-
hängt. Fredi Winkler zeigte uns in sei-
70 Teilnehmer nahmen nem Vortrag die grossen Gefahren des
dieses Jahr an der Israel- wachsenden Islam für Israel und die
Kongressreise teil. Christen auf. Und Norbert Lieth vermit-
Guppenbild am See telte uns einen Abriss über die prophe-
Genezareth tische Zukunft Israels bis zum herrlichen
Ende, wenn Jesus Christus nach Israel
wiederkommen wird.
Es war uns auch eine besondere Freu-
de, anlässlich dieses Kongresses Dr. Wa-
ron zwei Schecks für die Arbeit im As-
saf-Harofeh-Krankenhaus überreichen zu
dürfen: einen über CHF 500 000.–
(Schweiz und übrige Länder) und einen
über Euro 250 000.– (Deutschland). Un-
serem Herrn allein gebührt alle Ehre!
Ein ausführlicher Bericht folgt in der
Juni-Ausgabe der «Nachrichten aus Isra-
el». ■ C.M.

Mitternachtsruf > Juni 2003 15


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Wohin steuert die Ökumene?

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durch menschliche Weisheit, sondern in


Worten, gelehrt durch den Geist, indem
wir Geistliches durch Geistliches deu-
ten. Ein natürlicher Mensch aber nimmt
nicht an, was des Geistes Gottes ist,
denn es ist ihm eine Torheit, und er kann
Es ist ein hohes Ziel, dem es nicht erkennen, weil es geistlich be-
urteilt wird» (1.Kor 2,13-14). Die heutige Ökumene erstrebt dage-
mannigfaltigen Schrifttum Was geschieht heute, hier und jetzt, gen eine Einheit, die man mit einem
über die Ökumene weite- in der Welt und in der Christenheit? Was
haben die aktuellen Entwicklungen für
mathematischen Begriff als den «kleins-
ten gemeinsamen Nenner» bezeichnen
res hinzuzufügen und die wahren Gläubigen zu bedeuten? In-
wieweit ist die ökumenische Bewegung
könnte. Deren Fürsprecher verwechseln
die Einheit der wahren Gläubigen, wie
dabei dem Anspruch der ein Wegbereiter endzeitlicher Szenari- sie zum Beispiel Johannes beschreibt
en? Welche Reaktion erwartet unser (vgl. Joh 17,21-23), mit einer Einheit der
Aktualität sowie der um- Herr Jesus Christus von uns? Wie weit Kirchen – das heisst der Organisationen
ist die Ökumene bereits gegangen, und – oder noch weiter gehend mit einer
fassenden Information wie weit wird sie noch gehen? Dazu spä- Einheit aller irgendwie an einen Gott
ter mehr. oder eine Gottheit glaubenden Men-
gerecht zu werden. schen.
Worum geht es, wenn wir von Die Bibel jedoch unterstreicht eindeu-
■ MICHAEL URBAN tig den Ausschliesslichkeitsanspruch der
Ökumene sprechen? wahren Versammlung Gottes, der ge-
ieser Beitrag und dessen ge- Im Zusammenhang der Bibel bedeu- gründet ist auf das göttliche Wort. Diese

D plante Fortsetzungen können


und wollen diesem Anspruch
nicht genügen. Sie sollen
lediglich das Thema vom
Standpunkt des prophetischen Wortes
aus betrachten. Dabei sehen wir das pro-
phetische Wort nicht nur als die Samm-
tet Ökumene schlicht «die bewohnte
Erde» oder noch einfacher «die Welt».
Dieser Begriff wird zum Beispiel in Mat-
thäus 24,14 verwendet: «Und diese
Frohbotschaft vom Reich wird auf der
ganzen bewohnten Erde verkündet
werden zum Zeugnis allen Völkern, und
Grundlage finden wir vor allem in der
Apostelgeschichte: «Sie verharrten aber
in der Lehre der Apostel und in der
Gemeinschaft, im Brechen des Brotes
und in den Gebeten» (Apg 2,42). Nie
kann aus allen Organisationen und De-
nominationen unter grossem politischen
lung des in der Schrift Vorhergesagten – dann wird das Ende kommen.» Im Sin- und organisatorischen Einsatz das ent-
sowohl im Alten als auch im Neuen Tes- ne der Heiligen Schrift bezeich-
tament –, sondern darüber hinaus als die net der Begriff «ökumenisch»
geistlich gegründete Einschätzung der eine Einheit der Gläubigen auf Ökumene = den kleinsten ge-
Gegenwart, wie Paulus schreibt: «Davon
reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt
die Initiative des Heiligen Geis-
tes hin.
meinsamen Nenner suchen

16 Mitternachtsruf > Juni 2003


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stehen, was die Bibel «Versammlung der Kein Weltfrieden ohne Religionsfrieden Gottes! Deshalb soll dieser Name fortan
Herausgerufenen» nennt. Die Versamm- bedeutet nicht, dass jede Religion ihr nicht mehr genannt, sondern nur noch
lung Gottes ist ein geistlicher Organis- Gedankengut mitbringt und eine Exper- umschrieben werden! Gott braucht ei-
mus, der durch Gott selbst mittels der tenkommission daraus einen von allen nen neuen Namen, damit Er wieder Gott
erlösenden Kreuzestat Jesu Christi aus akzeptierten Einheitsglauben mischt. sein kann; Er wird ihn erhalten, weil Er
der Welt herausgebracht und abgeson- Diese Form der Ökumene, wie sie sich wieder Gott sein will unter uns, auf dass
dert ist, um etwas Besonderes zum Lob- viele Gläubige vorstellen, ist nicht kon- wir Ihn erkennen als einen Gott aller
preis der Gnade Gottes zu sein: «Wenn struierbar und ausserdem auch nicht Menschen, der nur eine Forderung an
er die eigenen Schafe alle herausge- wünschenswert. Es geht nicht um die uns stellt und nur ein Gesetz uns gibt,
bracht hat, geht er vor ihnen her, und Annäherung von Glaubensbekenntnis- nämlich, dass wir alle Brüder sein sol-
die Schafe folgen ihm, weil sie seine sen, wie zum Beispiel die «Gemeinsa- len, Brüder der einen Menschheitsfami-
Stimme kennen. … Ich bin der gute Hir- me Erklärung zur Rechtfertigungslehre» lie, die aus vielen Völkern besteht. Es
te; und ich kenne die Meinen, und die zwischen der katholischen und evange- wird allem Dasein auf Erden ein neues
Meinen kennen mich … Und ich habe lischen Kirche. Diese ist, mit Verlaub Mass gesetzt werden, es wird zur
andere Schafe, die nicht aus diesem Hof gesagt, ein «Papiertiger». Nein – bei der Menschwerdung des Menschen kom-
sind; auch diese muss ich bringen, und Ökumene geht es um etwas viel Revolu- men, und ‹Mensch›, das wird der neue
sie werden meine Stimme hören, und tionäreres. Name Gottes sein!»1
es wird eine Herde, ein Hirte sein» (Joh Fast sträubt sich einem die Feder, so
10,4.14.16). Kein neuer Glaube – ein neuer Gott etwas niederzuschreiben, aber man ist
Dabei sei vorausgesetzt, dass die Öku- in dem Prozess, ein neues Gottesbild zu
mene keine isolierte, nur auf religiösem
muss her! schaffen, weiter als wir denken. Das zeigt
Gedankengut basierende Strömung ist; Es muss ein neuer Gott geschaffen das nächste Zitat der auch von vielen
sie ist vielmehr die umfassendste welt- werden, der den Wünschen und Voraus- Mitgliedern von Freikirchen verehrten,
weite Bewegung seit Menschengeden- setzungen al- inzwischen verstorbenen Mut-

KEYSTONE
ken. Sie steht in Verbindung mit dem ler Menschen ter Theresa:
allgemeinen Wertewandel der mensch- auf Erden ent- «Wenn wir von Angesicht
lichen Gesellschaft und hat Berührung spricht. Dieser zu Angesicht Gott begegnen
mit den Zauberwörtern des «Christli- menschliche und Ihn in unser Leben aufneh-
chen Abendlandes»: Toleranz, Frieden, Schöpfungsakt men, werden wir ein besserer
Humanität, Gerechtigkeit und Bewah- wird mit gros- Hindu, ein besserer Muslim,
rung der Schöpfung. Sie propagiert eine ser Anstren- ein besserer Katholik, ein bes-
neue «Spiritualität» – was auch immer gung betrie- serer – was immer wir sind –
das sein mag – und arbeitet vorwiegend ben. Der neue man muss Gott so annehmen,
mit religiösen Begriffen. Ebenso aber hat Gott oder das wie Er in unserer Vorstellung
sie ihre Quellen in politischer, kulturel- neue Gottes- existiert.»2
ler und gesellschaftlicher Entwicklung bild ist konträr Ökumene ist nicht das Zu-
hin zu einer Globalisierung grössten zum Vater im sammentragen bestehender
Ausmasses. Himmel, zum MUTTER THERESA: «Was immer wir sind Lehren und Traditionen, son-
Vater unseres – man muss Gott so annehmen, wie Er in dern das Schaffen einer neuen
Herrn Jesus unserer Vorstellung existiert» Weltanschauung, eines alle Re-
Ökumene weltweit im Vormarsch Christus. Die- ligionen umfassenden Gottes-
Die Ökumene ist in ihrer Entwicklung ser neue Gott hat die Akzeptanz der bildes. Dazu ein letztes Zitat aus einer
schon viel weiter fortgeschritten, als man Menschheit nur in der Verneinung und katholischen Monatszeitschrift:
gemeinhin annimmt. Im Grunde genom- Leugnung des wahren Schöpfers und in «Die Einheit der Religionen, die vom
men gibt es schon kein Zurück mehr, der Verneinung Seines Sohnes Jesus Heiligen Vater, Papst Johannes Paul II.,
denn das ökumenische Denken, das Christus als «der Weg und die Wahrheit vorangetrieben und von seiner Heilig-
bereits Einzug gehalten hat in Kirchen, und das Leben» (vgl. Joh 14,6). keit, dem Dalai Lama, begrüsst wird, ist
Freikirchen und Einrichtungen, ist nicht Nicht die Glaubensbekenntnisse sind kein Ziel, das in Kürze erreicht werden
mehr zu korrigieren – es sei denn, Ein- es, die sich einander nähern müssen, wird. Aber der Tag wird kommen, da die
zelne haben die Kraft, sich kompromiss- sondern Gott selbst soll sich den Vorstel- von Buddha und Christus so wortreich
los davon zu trennen. lungen der Menschen anpassen. Und verfochtene Nächstenliebe die Welt ret-
Ökumene ist nicht erst dann vollzo- genau das wird am Ende der letzten Zeit ten wird, indem man gemeinsam alles
gen, wenn alle Kirchen, Religionen und zur Anbetung eines Menschen führen. daransetzen wird, die Menschheit
Gemeinschaften ein gemeinsames Wir lesen das in Offenbarung 13,11-18, dadurch vor sinnloser Zerstörung zu ret-
Glaubensbekenntnis unterzeichnet ha- insbesondere in Vers 18: «Hier ist die ten, dass man sie zu dem Licht führt, an
ben. Dazu wird es nie kommen. Weder Weisheit. Wer Verständnis hat, berech- das wir alle glauben.»3
wird ein überzeugter Muslim mit einem ne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Wir müssen diesen Zitaten das heili-
überzeugten Christen das Abendmahl Menschen Zahl; und seine Zahl ist 666.» ge und ewige Wort Gottes gegenüber-
feiern, noch wird ein Katholik gemein- Walter G. Bauer schreibt: stellen. Die oben angeführte Situation ist
sam mit einem Buddhisten die «Jungfrau «Das Christentum schlägt mit dem beschrieben in Psalm 2: «Warum toben
Maria» anbeten. Namen ‹Jesus› die Menschheitszukunft die Nationen und sinnen Eitles die Völ-
Das Streben nach Welteinheit auf «re- tot: Das ist die Wahrheit! Das Christen- kerschaften? Es treten auf Könige der
ligiösem» Gebiet, gemäss dem Motto: tum tötet die Gottheit mit dem Namen Erde, und Fürsten tun sich zusammen

Mitternachtsruf > Juni 2003 17


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Absonderung und Abgrenzung wie ein
Wohin steuert die Ökumene? roter Faden durch die Heilsgeschichte.
Mauern zu bauen ist eine Aufforderung
Gottes, damit sich Freund und Feind
gegen den Herrn und seinen Gesalbten von solchen wiederholt werden, die voneinander unterscheiden (Jes 62,6).
(indem sie sagen; d.Verf.): ‹Lasst uns gemeinhin als treue evangelikale Chris- Mauern boten Schutz nicht nur vor Fein-
zerreissen ihre Bande und von uns wer- ten bekannt sind. Aber die drei oben ge- den, sondern sinnbildlich auch vor den
fen ihre Stricke!› Der im Himmel thront, nannten Trendsätze widersprechen Einflüssen derer, die nicht an den Gott
lacht, der Herr spottet über sie. Dann grundlegend der Lehre der Bibel! Abrahams, Isaaks und Jakobs glaubten
spricht er sie an in seinem Zorn, in sei-
ner Zornglut schreckt er sie (indem Er
sagt; d.Verf.): ‹Habe doch ich meinen
König geweiht auf Zion, meinem heili-
gen Berg.› Lasst mich die Anordnung des
Herrn bekannt geben! Er hat zu mir ge-
sprochen: ‹Mein Sohn bist du, ich habe
dich heute gezeugt. Fordere von mir, und
ich will dir die Nationen zum Erbteil
geben, zu deinem Besitz die Enden der
Erde. Mit eisernem Stab magst du sie
zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie
zerschmeissen.› Und nun, ihr Könige,
handelt verständig; lasst euch zurecht-
weisen, ihr Richter der Erde! Dienet dem
Herrn mit Furcht und jauchzt mit Zit-
tern! Küsst den Sohn, das er nicht zür-
ne und ihr umkommt auf dem Weg; denn «Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres! Denn es ist eines Menschen Zahl;
leicht entbrennt sein Zorn. Glücklich und seine Zahl ist 666»
alle, die sich bei ihm bergen!»
Die ökumenische Bewegung ist • Lehre trennt, Gebet eint. Es ist (vgl. Jes 26,1-2). So war es im ersten
letztendlich eine antichristliche Bewe- wahr, dass das Wort Gottes trennt, oft Bund. Auch im neuen Bund ist es uns
gung, wenn auch einzelne evangelikale radikaler, als wir es uns selbst trauen geboten, eine Grenze zu ziehen zwi-
Kreise und Freikirchen etwas anderes würden. Aber können wir das, was Got- schen Wiedergeborenen und Namens-
behaupten. Es geht in der heutigen Öku- tes Wort trennt, im Gebet vereinen? christen. Paulus schreibt: «Ein natürli-
mene nicht mehr zuerst um die Missi- Können wir das, was Gott verboten und cher Mensch aber nimmt nicht an, was
on, sondern um den Dialog, nach dem geboten hat, im Gebet aufheben? Kön- des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm
Motto: «Glaube du mir meinen Glauben, nen wir die neutestamentliche Lehre eine Torheit, und er kann es nicht er-
dann glaube ich dir deinen Glauben.» über die Taufe oder über das Gedächt- kennen, weil es geistlich beurteilt wird»
nismahl des Herrn beiseite stellen, um (1.Kor 2,14). Gibt es einen klareren Hin-
Verführerische und wohlklingende uns im Gebet zu einigen über Dinge, die weis auf eine notwendige Trennung
wir für wichtiger halten? Welche Ver- zwischen Wiedergeborenen und Na-
Gedanken messenheit gegenüber dem heiligen menschristen? Und sind nicht unzähli-
Ein von vielen Christen gedankenlos Wort Gottes, das uns im zweiten Johan- ge Fehlentscheidungen im Raum der
übernommener Wahlspruch der Ökume- nesbrief sagt: «Jeder, der weitergeht und Kirche getroffen worden, weil in den ver-
nicht in der Lehre des antwortlichen Gremien Ungläubige sit-
Christus bleibt, hat Gott zen?
Verführung lebt davon, dass sie nicht; wer in der Lehre Wie soll unser Missionsauftrag sonst
bleibt, der hat sowohl den gedeutet werden, wenn in Deutschland
Formulierungen benutzt, die geist- Vater als auch den Sohn. oder der Schweiz sowieso «alle» irgend-
lich, religiös und biblisch klingen, Wenn jemand zu euch wie an irgendeinen Gott glauben? Wen
kommt und diese Lehre soll ich denn missionieren, wenn ich
es aber in ihrer Tiefe nicht sind nicht bringt, so nehmt ihn durch meine Brücke deutlich mache,
nicht ins Haus auf und dass Glaube und Unglaube gar nicht so
grüsst ihn nicht! Denn wer weit voneinander entfernt sind? Die
niker lautet: «Lehre trennt, Gebet eint.» ihn grüsst, nimmt teil an seinen bösen Trennung zwischen einem Wiedergebo-
Andere Anhänger der Ökumene sagen: Werken» (2.Joh 1,9-11). Wie können wir renen und einem Namenschristen kann
«Wir wollen Brücken bauen und keine im Gebet das vereinen, was Gott ge- niemals durch eine Brücke aufgehoben
Mauern.» Wieder andere verkünden: «In trennt hat? werden, wohl aber durch die Liebe Got-
der Hauptsache Einheit, in Nebensachen • Brücken bauen statt Mauern. Ab- tes. Ein unverbrüchliches Merkmal aber
Freiheit, über allem aber die Liebe.» Alle gesehen davon, dass das Thema Brücken der Liebe Gottes ist die Wahrheit. So lieb
diese Schlagworte klingen vernünftig und bauen in der Bibel nicht vorkommt, das uns das auch wäre, es gibt keinen Un-
werden deshalb auch unkritisch über- Thema Mauern dagegen etwa 30 Mal er- terschied zwischen halb gerettet und
nommen, vor allem deshalb, weil sie auch wähnt wird, zieht sich das Thema der ganz gerettet, sondern nur zwischen ge-

18 Mitternachtsruf > Juni 2003


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rettet und verloren. Wenn wir eine Brü- den muss zur Vergebung der Sünde – che der Heiligen Jungfrau an.»4
cke zu verlorenen Menschen bauen, ganz abgesehen davon, dass diese Hand- Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung»
dann nur deshalb, um sie auf die Seite lung ungültig wird, wenn der Priester (FAZ) schrieb darüber:
der Wahrheit zu ziehen, von der Fins- auch nur einmal von der vorgeschriebe- «Es ist Sach- und Wortverdrehung,
ternis ins Licht. Diese Brücke dient zur nen Wortformel abweicht. wenn das angeblich bahnbrechende
Rettung und nicht zur allgemeinen Ver- Zum anderen stellt sich bei der For- Dokument eine grundsätzliche Ände-
ständigung unter Namenschristen, um mel des Augustinus das Problem, wer rung des allseits bekannten römischen
zu beteuern, dass wir irgendwie alle denn nun entscheidet, was die Hauptsa- Totalanspruches enthielte. Nach wie vor
doch dasselbe glauben. Wer solche Brü- che und was die Nebensachen sind. Und bleibt die Rechtfertigungslehre nur ein
cken baut, macht sich schuldig an de- wie kann dann über diesem allen auch unverzichtbares Kriterium, nicht das
nen, die unter dem Verzicht auf die noch die Liebe Gottes schweben? unverzichtbare Kriterium.»5
Wahrheit der Bibel zu Gläubigen erklärt Liebe Leser und Leserinnen, es ist ein Selbst dieser Kommentar der FAZ ist
werden. ernster Tatbestand, dass wir leichtfertig problematisch. Vereinfacht ausgedrückt
• In der Hauptsache Einheit, in den Formeln übernehmen, die durchdacht sagt er Folgendes aus: Die Unterschrift
Nebensachen Freiheit, über allem und geistlich klingen,
aber die Liebe. Diese so logisch klin- letztendlich aber die abso-
gende Formel des Augustinus (frei for- lute Wahrheit des Evange- Wenn wir eine Brücke zu verlore-
muliert) birgt ebenfalls zwei grosse Pro- liums aufweichen. Genau
bleme in sich: das ist neben der Tatsache, nen Menschen bauen, dann nur
Zunächst wird damit der Eindruck dass der ökumenische Pro- deshalb, um sie auf die Seite der
erweckt, dass die biblische Botschaft – zess schon sehr weit fort-
denn um die geht es ja – in Hauptsachen geschritten ist, der zweite Wahrheit zu ziehen, von der Fins-
und in Nebensachen zerfällt, in Wichti- Gedanke dieses einleiten- ternis ins Licht
ges und Unwichtiges, in Grundlagen, die den Beitrags.
alle Gläubigen betreffen und in Glau-
benssätze, die jeder halten kann, wie er Die ökumenische Bewegung der Kirchen unter die gemeinsame Er-
will. Das führt dann letztendlich zu der arbeitet mit den Mitteln der klärung hat am Tatbestand, dass die ka-
verhängnisvollen Schlussfolgerung, die tholische Kirche weiterhin auf ihren
in den letzten Jahren immer häufiger
Verführung Anspruch, die allein selig machende Kir-
gezogen wird: «Hauptsache Jesus – der Das Wesen der Verführung ist ja ge- che zu sein, besteht, nichts geändert!
Rest ist egal.» Damit trennt man die Per- rade, dass sie nicht so offensichtlich ist Die Entwicklung der Ökumene läuft
son des Herrn Jesus Christus von Sei- und nicht sofort enttarnt werden kann. über die Schiene der Verführung, denn
nem Auftrag und Seiner Lehre. Das Ziel Verführung lebt davon, dass sie Formu- das Ziel Satans ist die Verwirrung
vieler «überkonfessioneller» Aktionen lierungen benutzt, die geistlich, religi- möglichst vieler Gläubiger. Er weiss, was
ist die Bekehrung und nicht die Beleh- ös und biblisch klingen, es aber in ih- auch die Kirchengeschichte beweist:
rung. Der evangelistische Zweck heiligt rer Tiefe nicht sind. Verführung lebt Verführung ist ein besseres Mittel zur
sozusagen das Mittel der Beschränkung davon, dass sie Sachverhalte geschickt Aufweichung des Glaubens als Verfol-
auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. verschleiert und nur studierte Germa- gung, oder anders ausgedrückt: Man
Leider hat auch die Evangelische Allianz nisten entdecken können, welch brisan- muss das Christentum weder auflösen
in Deutschland viele ihrer Grundsätze ter Inhalt sich hinter positiv dargestell- noch eliminieren. Es genügt, wenn man
aufgegeben, um in zunehmendem Mass ten Fakten versteckt. Ich möchte hier es neutralisiert.
das ökumenische Denken rechtfertigen ein Beispiel aus der jüngeren Vergan- Im neuen, globalen Gottesbild wird
zu können. Es kann nicht sein, dass zum genheit anführen. Ein weiterer Meilen- das Christentum nicht verschwinden,
Zweck gemeinsamer Aktionen von evan- stein auf dem Weg zur ‹Einheit der Kir- sondern trotz grosser Parolen sinnent-
gelischer Kirche, katholischer Kirche chen› ist die Unterzeichnung der ‹Ge- leert sein – ohne Christus als den Weg,
und Freikirchen der von Jesus selbst for- meinsamen Erklärung zur Rechtferti- die Wahrheit und das Leben. Der An-
mulierte und unbedingte Zusammen- gungslehre›, die vom Vatikan wie folgt spruch Jesu Christi, der Erlöser aller
hang von Missionsbefehl und Lehre auf- kommentiert wurde: Menschen zu sein, ist die Grundlage des
gehoben wird. Es kann nicht sein, Jesus «In Augsburg findet heute und eben Evangeliums und gleichzeitig das gröss-
die Hauptsache zu nennen und zum Bei- zu dieser Stunde ein Ereignis von gros- te Ärgernis für die ökumenische Bewe-
spiel die Abendmahls- oder die Taufleh- ser Bedeutung statt. Die Vertreter der gung. ■
re der Schrift als Nebensachen zu be- katholischen Kirche und des Lutheri-
zeichnen. Und schon gar nicht kann es schen Weltbundes unterzeichnen eine In der nächsten Ausgabe lesen Sie ei-
sein, dass wir eindeutige Irrlehren wohl- gemeinsame Erklärung über eines der nen Beitrag über die «Phasen der öku-
wollend als Sondertradition der jeweili- Hauptargumente, die Katholiken und menischen Entwicklung».
gen Kirche akzeptieren. Es ist durchaus Lutheraner in Gegensatz zueinander
nicht nebensächlich, dass durch die Irr- gebracht haben: Die Lehre über die
1
lehre der Säuglingstaufe Milliarden Na- Rechtfertigung durch den Glauben. ... Es Walter G. Bauer, Ende oder Wende des Christen-
menschristen erzeugt worden sind. Und handelt sich um einen Meilenstein auf tums, S. 223ff.
2
es ist auch nicht nebensächlich, dass in dem nicht leichten Weg zur Wiederher- D. Doig, Mutter Theresa, S. 156
3
Zeitschrift Katholische Welt, Juni 1989, S. 140
der katholischen Eucharistie (Abend- stellung der vollen Einheit zwischen den 4
Johannes Paul II. am 31.10.99 in Rom. Quelle:
mahl) durch die mystische «Wandlung» Christen. … Vertrauen wir den ökume- Osservatore Romano, 5.11.99
5
Jesus immer wieder neu «geopfert» wer- nischen Weg der mütterlichen Fürspra- Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.5.99, S. 6

Mitternachtsruf > Juni 2003 19


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Fragen – Antworten
Bete ich richtig?

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unschgemäss haben wir uns Ihr der Herr bei Ihrer Wiedergeburt bereits

Frage: Seit einiger Zeit bete ich täglich


das nachfolgende Gebet, weil ich glaube,
W Gebet etwas näher angeschaut
und müssen Ihnen gestehen, dass
wir mit den ersten beiden Punkten et-
geschenkt hat! Die Frage ist daher: Glau-
ben Sie das? Wenn ja, dann danken Sie
Ihm täglich dafür, dass Sie durch das teu-
was Mühe haben. Wir sagen Ihnen re Blut Christi erkauft und erlöst sind!
dass alle Gebete, die den Wohlstand in die gerne, warum Sie mit diesen beiden Bit- Dadurch ehren Sie den Herrn, denn Sie
Mitte stellen, ein kräftiger Irrtum sind, da ten nach unserer Erkenntnis der Schrift bringen damit zum Ausdruck: «Auch
Jesus Christus und unsere Heiligung im am Ziel vorbeischiessen. wenn ich im Moment nichts fühle, so
Mittelpunkt der Bibel stehen. Ich schreibe 1. Heilsgewissheit. Diese ist nicht glaube ich doch Deinem Wort!»
das Gebet hier auf, damit Sie prüfen eine Sache des Gefühls und auch nicht 2. Busse. Es ist nicht ungefährlich, zu
etwas, was wir uns täglich schenken las- beten «Herr, schenke mir, dass ich stets
können, ob es biblisch ist:
sen müssen, steht doch geschrieben: Busse tue über all mein Versagen», denn
Herr, schenke mir täglich neu die «Denn ihr habt nicht einen knechtischen allzu leicht kann sich da das fromme Ich
Heilsgewissheit. Geist empfangen, dass ihr euch abermals verstecken. Wenn Sie Offenbarung 2
Herr, schenke mir, dass ich stets Busse fürchten müsstet; sondern ihr habt ei- und 3 aufmerksam lesen, dann werden
tue über all mein Versagen. nen kindlichen Geist empfangen, durch Sie feststellen, dass es immer wieder
Herr, schenke mir, dass ich Deinen den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der heisst: «So tue Busse.» Etwas salopp
heiligen Willen immer besser erkenne und Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, könnten wir sagen: «Rede bzw. bete
immer exakter erfülle. dass wir Gottes Kinder sind» (Röm 8,15- nicht darum herum, sondern bekenne
Herr, schenke mir, dass ich noch mehr 16). Oder denken Sie an die Zusage des das, was du als Sünde erkannt hast dem
Freude bekomme an Deinem Wort. Herrn in 2. Korinther 1,21-22: «Gott ist’s Herrn und bitte Ihn demütig um Verge-
aber, der uns fest macht samt euch in bung!» Wer so betet, der erlangt Verge-
Herr, schenke mir, dass ich Dir noch
Christus und uns gesalbt und versiegelt bung (1.Joh 1,9)! David ging sogar noch
besser danken kann. und in unsre Herzen als Unterpfand den einen Schritt weiter und bezog auch die
Herr, schenke mir, dass ich all Deinen Geist gegeben hat.» Oder Epheser 1,13: ihm nicht bewussten Sünden mit ein:
Verheissungen noch völliger vertrauen «In ihm seid auch ihr, die ihr das Wort «Wer kann merken, wie oft er fehlet? Ver-
kann. der Wahrheit gehört habt, nämlich das zeihe mir die verborgenen Sünden!» (Ps
Herr, schenke mir, dass ich all Deine Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm 19,13).
Liebe noch besser erwidern kann, schenke seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, ver- Es würde uns freuen, wenn diese Hin-
mir eine noch innigere Liebe zu Dir! siegelt worden mit dem heiligen Geist, weise Sie dazu anregen würden, in der
der verheissen ist.» Und in 1. Johannes Schrift zu forschen, «ob sich’s also ver-
5,13 steht geschrieben: «Solches habe hielte» (Apg 17,11). ■ E.V.
«Gott ist’s aber, ich euch geschrieben, die ihr glaubet an
den Namen des Sohnes Gottes, auf dass
der uns fest ihr wisset, dass ihr das ewige Leben habt,
macht samt und dass ihr glaubet
euch in Christus an den Namen des
Sohnes Gottes.»
Müssen wir den
und uns gesalbt Sie sehen
also: Sie beten
Zehnten geben?
und versiegelt um etwas,
Frage: In unserer Gemeinde wird
und in unsre was Ihnen
grosses Gewicht auf das Geben des
Herzen als Un- Zehnten gelegt. Ja, man sagt sogar, es
terpfand den ziehe Gericht nach sich, wenn man den
Zehnten nicht gebe. Entspricht dies
Geist gegeben wirklich der biblischen Lehre?
hat»
as Alte Testament, das Gesetz, sagt:

D «Du musst dies und jenes tun,


wenn du Gott gefallen willst …»,
das Neue Testament aber lehrt, dass Je-
sus Christus gekommen ist, um das Ge-
setz zu erfüllen. Er hat uns mit Seinem
teuren Blut erkauft und mit Gott ver-
söhnt. Darum sucht Er bei uns nicht etwa

20 Mitternachtsruf > Juni 2003


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Streiflicht


Liegt Segen auf meiner Arbeit?
Es ist wichtig, sich diese Frage zu stellen: Nimmt Gott meinen Dienst an, oder dresche ich
leeres Stroh? Prüfen wir uns anhand von Kolosser 3,17, ob wir unserer Christenpflicht nachkom-
men: «Alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt
Gott, dem Vater, Dank durch ihn!» Da stellt sich die Frage: Ist mein Leben ein Gottesdienst, oder
verwirkliche ich meine eigenen Pläne und fröne meinem Hobby?
Viele schaffen und werken eifrig, manchmal fast bis zum Umfallen. Aber tun wir dabei das
Gott Wohlgefällige? Die Worte Jesu in Matthäus 7,22-23 müssen uns zu denken geben: «Viele
werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr! Haben wir nicht durch deinen Namen geweis-
sagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunder-
werke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von
mir, ihr Übeltäter!» Wie erschreckend wird es sein, vom höchsten Richterstuhl ein so entwerten-
des Urteil über geleistete Arbeit entgegennehmen zu müssen! Aber der unbestechliche Richter
ist gerecht und urteilt ohne Ansehen der Person.
Es ist nicht korrekt, wenn behauptet wird, Kinder
Gott hat uns in Seinem Wort einen Bauplan (Heilsplan) mit Anweisungen zum Bau Seines
Gottes müssten den Zehnten geben Reiches gegeben. Der Grundstein ist unser Herr Jesus Christus. Die Apostel begannen auf diesem
Grund die Gemeinde Jesu zu bauen, nach dem Auftrag, den Er ihnen vor Seiner Himmelfahrt
gegeben hatte. Alle Völker sollen das Evangelium hören und das Heil in Christus annehmen.
alttestamentliche Gesetzestreue, son-
Jeder Arbeiter, der sich am Bau der Gemeinde Jesu beteiligt, wird am Ende seiner Tage getestet,
dern vielmehr Gegenliebe und Hingabe
an Ihn! Für Kinder Gottes ist es daher
ob er nach göttlicher Anweisung mitgebaut, oder ob er eigenwillig Menschliches eingebaut oder
auch ganz natürlich, dass sie aus Liebe gar mit falschem Material (falscher Lehre) gebaut hat. Mag sein «Bau» noch so imposant ausse-
und Dankbarkeit die Reichsgottesarbeit hen, er wird nach 1. Korinther 3,12-15 im göttlichen Feuer getestet: «Wenn aber jemand auf
materiell unterstützen. Denn Gotteskin- diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird eines jeden Werk
der wollen ja dazu beitragen, dass auch offenbar werden; der Tag wird es klar machen, weil es durchs Feuer offenbar wird. Und welcher
andere Menschen das Evangelium von Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erproben. Wird jemandes Werk, das er darauf gebaut
Jesus Christus hören und auf allerlei Art
hat, bleiben, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er
und Weise ermutigt werden, den guten
Kampf des Glaubens zu kämpfen und
Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so, wie durchs Feuer hindurch.»
gemeinsam mit ihnen auf Sein Kommen Es wäre furchtbar tragisch mit ansehen zu müssen, wie unser Lebenswerk im Gerichtsfeuer
zu warten. Wie viel man gibt, ist jedem verbrennt. Oder glänzt vielleicht aus der Asche doch noch etwas wie Gold oder Rubin? Wichtig ist
freigestellt. Das Neue Testament lehrt nicht etwa nur die Menge unserer Arbeit, sondern deren Qualität nach den von Gott vorgegebe-
also nirgends, dass wir den Zehnten ge- nen Normen und Richtlinien. Die Anweisung gibt immer der Heilige Geist. Entsteht Edelstein,
ben müssten. In Hebräer 13,16 steht dann ist es nicht unser Verdienst, sondern ist durch Gottes Gnade oft in der Tiefe der Leiden
lediglich: «Gutes zu tun und mit andern
gewirkt.
zu teilen, vergesst nicht; denn solche
Opfer gefallen Gott.» Und Paulus
Hier bekommt das Wort aus Kolosser 3,17 eine grosse Bedeutung: «Alles, was ihr tut, im Wort
schreibt an die Korinther: «An jedem oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!»
ersten Wochentag lege ein jeder unter Obwohl Gott uns Entscheidungsfreiheit gab, erwartet Er, dass wir nach der Art des Meisters
euch etwas beiseite und sammle, je nach- wirken, sagt Er doch: «Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken,
dem es ihm wohl geht (and. Übers.: so die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen» (Eph 2,10). Wir sind zur Arbeit
viel ihm möglich ist); damit nicht erst gerufen und haben auf dem «Bauplatz» zu erscheinen. Aber nur wer im Namen des Herrn Jesus
dann, wenn ich komme, die Sammlun- sein Werk beginnt und durchführt, wird auch befähigt, es so zu tun, wie Er es für uns individuell
gen gemacht werden müssen» (1.Kor
16,2).
vorher bereitet hat. Entspricht unser Wirken Seinem Plan? Alles eigene Meinen und Wollen muss
Zusammenfassend: Es ist nicht korrekt, unter die Leitung des Geistes gestellt werden. Nur auf der Grundlage des Glaubens und der
wenn behauptet wird, Kinder Gottes Erlösung können gute Werke und Frucht entstehen, mag es dabei manchmal auch hart und heiss
müssten den Zehnten geben. Und es ist werden. Jesaja 40,29 verheisst: «Er gibt dem Müden Kraft und dem Ohnmächtigen mehrt er die
eine Irrlehre, wenn direkt oder indirekt Stärke.» In eigener Kraft schaffen wir es nicht. Auch der Apostel Paulus musste bezeugen: «… wo-
gesagt wird, wer den Zehnten nicht gebe, rum ich mich auch bemühe und kämpfend ringe gemäss seiner Wirksamkeit, die in mir wirkt in
der stehe nicht mehr unter dem Schutz Kraft» (Kol 1,29). Jeremia 48,10 mahnt: «Verflucht sei, wer das Werk des Herrn lässig treibt!»
des Herrn, sondern eher unter Seinem
Fluch! Wahr ist hingegen, dass alles, was
Aber auch das andere ist wahr: Der Lohn für treue Knechte und Mägde, die das Werk des Herrn
wir im Glauben und aus Liebe zu unse- betend «in Seinem Namen» verrichten, liegt bereit (1.Kor 3,14). Über die Frucht, die aus solch
rem Herrn und Heiland tun, Seinen Lohn hingegebenem Dienst erwächst, gibt es zu Gottes Ehre nur Lob und Preis und Dank! ■ B.V.
haben wird (Hebr 6,10)! ■ E.V.

Mitternachtsruf > Juni 2003 21


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Vorschau Dir kann nur Jesus helfen
Die nächste Ausgabe erscheint am
25.06.2003, mit u.a. diesem Thema*:
«Der verbrannte Weinstock, der nicht
untergeht»
*Änderung vorbehalten

Impressum
Missionswerk und Verlag Mitternachtsruf
www.mitternachtsruf.ch
GRÜNDER Wim Malgo (1922-1992)
VORSTAND Peter Malgo, Norbert Lieth, Conno Malgo, Jonathan
Malgo
SCHWEIZ Mitternachtsruf, Eichholzstr. 38, 8330 Pfäffikon ZH,
Tel.: (0041) 01 952 14 14
DEUTSCHLAND Mitternachtsruf Zweig Deutschland e.V.,
Kaltenbrunnenstr. 7, 79807 Lottstetten, Tel.: (0049) 07745 8001
ORGAN Der «Mitternachtsruf» erscheint monatlich. Er ist ausser-
dem in englischer, französischer, holländischer, italienischer, por-
Das kleine Steinchen im Schuh
tugiesischer, rumänischer, spanischer, tschechischer und ungari- Wenn wir Leute auf der Strasse beobachten, dann stellen wir fest, dass viele mit traurigen und
scher Sprache erhältlich.
bedrückten Gesichtern umhergehen. Man sieht es ihnen an, dass sie viele und schwere Lasten mit
REDAKTION (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 01 952 14 16,
Fax: (0041) 1 952 14 05, E-Mail: redaktion@mnr.ch, Mitarbeiter: sich herumschleppen.
Brigitte Hahn, Friedgard Huber, Werner Huber, Elke Lieth, Norbert Geht es Ihnen auch so? Die Probleme nehmen überhand, die Nerven sind am Zerreissen, die
Lieth, Conno Malgo (Ltg.), Elsbeth Vetsch
LAYOUT (Adresse Schweiz) E-Mail: layout@mnr.ch, Mitarbeiter:
Angst und die Unsicherheit nehmen zu. Sogar die Nacht wird zu einer Hölle, denn der Schlaf will
Walter Dürr, Daniel Malgo, Jonathan Malgo, Stephan Nabulon, nicht kommen. So kann es nicht weitergehen. Wir haben eine gute Botschaft für Sie in Ihrer Not.
Fredy Peter
Es ist nicht nötig, dass Sie weiter unter den Lasten seufzen, die auf Ihnen liegen. Sie brauchen
SEELSORGERLICHE FRAGEN (Adresse Schweiz) Tel.: (0041) 01
952 14 08, E-Mail: seelsorge@mnr.ch, Mitarbeiter: Werner Huber, nicht freud- und friedlos weiterzugehen, denn es gibt einen, der Ihre Lasten abnehmen kann, damit
Marcel Malgo, Samuel Rindlisbacher, Elsbeth Vetsch, Sie froh und frei Ihren Weg gehen können.
VERLAG, ABONNEMENTE UND ADMINISTRATION (Adressen
Schweiz und Deutschland siehe oben) Tel. Schweiz: 01 952 14 Nehmen wir an, ein Sportler hätte über eine lange Zeit trainiert und hätte den festen Willen zu
15, Fax Schweiz: 01 952 14 11, Tel. Deutschland: 07745 8001, gewinnen. Nach dem Start merkt er, dass er ein kleines Steinchen in seinen Laufschuhen hat; das
Fax Deutschland: 07745 201, Tel. alle anderen Länder: 0041 1
952 14 15, Fax alle anderen Länder: 0041 1 952 14 11, E-Mail: ist genug, dass er – trotz aller Willenskraft – erst mit den mittleren oder sogar letzten Läufern am
verlag@mnr.ch, Mitarbeiter: Hannelore Dölker, Ruth Dölker, Ziel ankommen wird.
Martina Lang, Thomas Lieth, Annie Malgo, Elishevah Malgo,
Marianne Malgo, Peter Malgo, Wanda Malgo, Susanne Peter, Wissen Sie, dass das «kleine Steinchen» auch bei Ihnen ein Problem ist? Es hat einen Namen
Beatrice Rindlisbacher, Stephan Rindlisbacher, Esther Roos
und heisst «Sünde». Und sie ist es, die Sie so kaputt macht. Die Bibel sagt in Sprüche 14,34:
ISRAELREISEN (Adresse Schweiz) Tel: (0041) 01 952 14 18,
Fax: (0041) 01 952 14 19, E-Mail: reisen@beth-shalom.ch, Mit- «Gerechtigkeit erhöht ein Volk; aber die Sünde ist der Leute Verderben.» Sie tragen so schwer an
arbeiter: Fredy Peter, Fredi Winkler (Haifa, Israel) Ihren Lasten, dass Sie fast nicht mehr weitergehen können. Gibt es da eine Lösung für dieses
BUCHHALTUNG (Adresse Schweiz) E-Mail: buchhaltung@mnr.ch, Problem? Ja, die gibt es. Es ist nicht nötig, dass Sie sich so weiterschleppen ohne Freude und
Mitarbeiter: Wafa Malgo; Treuhandstelle: HWT, 8305 Dietlikon
STUDIO (Adresse Schweiz) E-Mail: studio@mnr.ch, Mitarbeiter: Frieden in Ihrem Herzen. Wenn Sie ihre Sünden Jesus Christus bekennen und Ihre Lasten Ihm über-
Govert Roos, Nathanael Winkler geben, dann dürfen Sie erleben, was schon Tausende und aber Tausende erlebt haben – sie wurden
ALTERS- UND PFLEGEHEIM ZION Ringwiesenstr. 14, 8600 befreit und froh.
Dübendorf, Tel: (0041) 01 821 32 00, Fax: (0041) 01 821 59
61, E-Mail: post@altersheim-zion.ch, Heimleitung: Walid und Die Bibel berichtet von einem Menschen, der sein Glück in der weiten Welt suchte, aber immer
Astrid El Khouri, Mitarbeiter: Ursula Dürr, Walter Dürr
belasteter wurde. Als er nicht mehr konnte und sich bei den Schweinen aufhielt, um noch etwas zu
HOTEL BETH-SHALOM P.O.Box 6208, Haifa-Carmel 31061, Isra-
el, Tel: (00972) 04 8373 480, Fax: (00972) 04 8372 443, E- essen zu bekommen, war seine Last so gross, dass er nicht mehr weiter wusste. Da bekannte er
Mail: mail@beth-shalom.co.il, Leitung: Fredi und Beate Winkler seine Sünden, und wir lesen, dass er nach diesem Schritt über seine Vorstellungen hinaus be-
EINZAHLUNGEN Schweiz: Postscheckkonto 80-47476-4 Zürich, schenkt und fröhlich wurde. Die Last der Sünde, die auf seinem Leben lag, wurde von ihm genom-
oder Zürcher Kantonalbank, 8330 Pfäffikon ZH, Konto-Nr. 1152-
0472.519, BC-Nr. 752. men, und er wurde ein neuer Mensch (Lk 15,11ff.).
Deutschland: Sparkasse Hochrhein, Waldshut, BLZ 684 522 90,
Konto 06-600 530 oder Postbankkonto 3911-709 Stuttgart, Auch für Sie ist dieses unverdiente Geschenk bereit, heisst es doch in 1. Johannes 1,9: «So wir
BLZ 600 100 70, «Missionswerk Mitternachtsruf» Zweig Deutsch- unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt
land e.V., Geschäftsstelle D-79807 Lottstetten
Österreich: Postscheckkonto 438 5903, Allgemeine Sparkasse von jeder Ungerechtigkeit.»
Linz, «Für Konto 0000-118902 Missionswerk Mitternachtsruf» Wenn Sie jedoch ohne Jesus weiter in Ihren Sünden leben, wird es immer schlimmer. Die unver-
DRUCK GU-Print AG, In der Luberzen 25, 8902 Urdorf, Schweiz
gebene Schuld liegt wie eine schwere Last auf Ihnen; sie wird von Tag zu Tag schwerer und wird Sie
ABONNEMENTSPREIS JÄHRLICH Schweiz CHF 18.–, Deutschland
EUR 12.–, Europa und Mittelmeerländer EUR 18.–, Übersee EUR letztlich ins Verderben bringen. Jesus Christus will Ihnen jetzt diese Last abnehmen, und Er ruft
24.–. Abonnemente laufen ein Jahr (beginnend jeweils Januar) Ihnen zu: «Kommt her zu mir, alle (auch Sie!), die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch
und werden automatisch um ein weiteres Jahr verlängert, wenn sie
nicht einen Monat vor Jahresende gekündigt werden. erquicken» (Mt 11,28). Jesus will es jetzt tun – wollen Sie es auch? Kommen Sie jetzt zu Ihm,
ZWEIGSTELLEN-VERZEICHNIS www.mitternachtsruf.ch/weltweit bereuen Sie und sagen Sie Ihm alle Ihre Sünden: Dann werden Sie von einem belasteten, traurigen
INITIALEN DER AUTOREN IN DIESER AUSGABE und hoffnungslosen Menschen zu einem befreiten, frohen und glücklichen Menschen werden. Wenn
B.V. > Burkhard Vetsch; C.M. > Conno Malgo; E.K. > Ernst Kraft;
E.V. > Elsbeth Vetsch; J.M. > Jonathan Malgo; Sie das jetzt tun, kann alles anders werden! ■ E.K.
N.L. > Norbert Lieth; T.I. > Thomas Ice

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