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Der Dual – Slope – Umsetzer ist einer in der Messtechnik am häufigsten eingesetzter

Umsetzer. Er zeichnet sich durch hohe Genauigkeit aus und wird daher in Digitalvoltmetern
bevorzugt verwendet.
Dual Slope ist aus dem Englischen übernommen worden und bedeutet „ 2 Flanken“. Dieser
Name kennzeichnet das Prinzip, dass zwei Flanken einer Integrationsspannung ausgewertet
werden. Die Umsetzung erfolgt in zwei Schritten.

1. Schritt:

Die Eingangsspannung UE wir während der definierten Zeit (T1) integriert. Dabei entsteht eine
negativ ansteigende Integrationsspannung ui, da der Verstärker invertierend arbeitet.
Nach der Zeit T1 ergibt sich am Integratorausgang eine Spannung, die dem Mittelwert der
Eingangsspannung ue proportional ist.

T
1 1
ui ,max = − ⋅ ∫ u E ⋅ dt
τi 0

Integrationskonstante τ i = R ⋅ C

1
ui ,max = − ⋅u E
τi

1
Die konstante Zeit wird mit Hilfe des Zählers und der Frequenz f 0 = des Taktgenerators
T0
festgelegt. Der Zähler wird mit den Impulsen des Taktgenerators einmal bis zum maximalen
Zählerstand durchgezählt. Die Integration beginnt beim Zählerstand 0 und endet, wenn der
Zähler nach dem Überlauf wieder auf 0 zurückschaltet.
Mit dieser Impulszahl N max ergibt sich die Integrationszeit:

T1 = N max ⋅ T0

T0 ... Periodendauer des Taktgenerators

Die Maximalspannung lässt sich dadurch auch als

N max ⋅ T0
u i ,max = − ⋅uE
τi

ausdrücken.

2. Schritt:

Nach der Zeit T1 wird am Eingang des Integrators auf die Referenzspannung umgeschaltet,
die eine entgegengesetzte Polarität wie die Eingangsspannung hat. Damit wird nun die
Ausgangsspannung des Integrators linear auf 0 zurückgeführt, nach der Gleichung:

 1 
u i = u i ,max +  − ⋅ ∫ U REF ⋅ dt 
 τi 

U REF
u i = u i ,max − ⋅t
τi

Der Zähler zählt in dieser Phase die Impulse des Taktgenerators weiter, bis er bei u i = 0V
gestoppt wird. Die Zeit t = T2 der Rückintegration läßt sich aus dem Zählerstand N und der
Periodendauer T0 des Taktgenerators ermitteln:

T2 = N ⋅ T0

Damit erhält man für den Fall u i = 0V die Beziehung:

U REF
ui = 0 = ui ,max − ⋅ T2
τi

U REF
0 = ui ,max − ⋅ N ⋅ T0
τi
Mit der Gleichung zur Berechnung der Maximalspannung des Integrators erhält man eine
Bestimmungsgleichung für die Spannung uE:

U REF
ui ,max = ⋅ N ⋅ T0
τI

− N max ⋅ T0 U
⋅ u E = REF ⋅ N ⋅ T0
τi τi

N
u E = −U REF ⋅
N max

Die Gleichung zur Bestimmung der Spannung uE zeigt, dass weder die Periodendauer des
Taktgenerators noch die Integrationszeitkonstante in den Umsetzvorgang eingehen. Lediglich
die Referenzspannung hat Einfluss auf das Ergebnis. Beim Nulldurchgang der
Integratorspannung wird die Torschaltung gesperrt, so dass keine weiteren Impulse in den
Zähler gelangen. Der Zählerstand wird in den Speicher übertragen (Speicher – SET), danach
schaltet die Steuereinrichtung den Integrator wieder auf die Eingangsspannung U E zurück,
der Zähler wird zurückgesetzt. Beim Nulldurchgang von u i beginnt nun ein neuer
Messzyklus. Das Bild der Spannungsverläufe für den Dual - Slope Umsetzer zeigt für zwei
Eingangsspannungen U E und U E′ den Verlauf der Integrationsspannung. Während die Zeit T1
jeweils die gleiche ist, wird die Zeit T2 spannungsabhängig und proportional der
Eingangsspannung:

T2 ≅ U E , T2′ ≅ U E′

Der Analog – Digital – Umsetzer nach dem Dual – Slope – Verfahren setzt die analoge
Eingangsspannung mit sehr großer Genauigkeit in eine Impulszahl um. Die Genauigkeit wird
von der Referenzspannung bestimmt, der Taktgenerator und der Integrator gehen nicht in die
Messung ein.
Schaltungsbedingte Fehler:

Offset – Fehler

Der Offset – Fehler äußert sich als Parallelversatz der idealen Kennlinie und wird in mV oder
% FSR (Full Scale Range) angegeben. Dieser Fehler ist abgleichbar.

Verstärkungsfehler

Durch diesen Fehler hat die Kennlinie eine andere Steigung als die ideale Kennlinie, daraus
folgt, dass der Fehler bei FSR am größten ist. Um diesen Fehler abzugleichen, muss man
Verstärker oder Dämpfungsglieder vor den ADC setzen.

Linearitätsfehler (Integral Non – Linearity)

Dieser Fehler ist von großer Bedeutung, denn er kann nicht abgeglichen werden. Es ist eine
unregelmäßige Abweichung von der idealen Kennlinie.

Fehlende Codes (Missing Codes)

Dieser Fehler ist im Prinzip auch ein Linearitätsfehler, und zwar ein Differential
Non – Linearity – Fehler, d.h. nur ein oder mehrere digitale Werte können nicht angezeigt
werden.